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Poznań
Główny wurde pünktlich um 17:31 erreicht. Nun hieß es
schnell zum Stadion zu kommen, denn die Zeit war relativ knapp. Doch
zum Glück wurde eines guten Tages das Taxi erfunden und 15 Minuten
später fand man sich um insgesamt 13
Zł
erleichtert vor den Toren des Stadion Lecha wieder. Alleine der Anblick
der Flutlichtmasten war mehr als Imposant! Auch das Rest des sich zur
Zeit im Umbau befindlichen Stadions konnte überzeugen. Besonders
die neu gebaute Hintertortribüne konnte sich mit ihrer
fotoristischen lichtdurchlässigen Dachkonstruktion stark vom Rest
abheben und überzeugen. Vielleicht gerade wegen diesem starken
Kontrast zu den anderen Tribünen. Diese anderen Tribünen
sollen aber im Laufe der Zeit auch durch moderne Tribünen ersetzt
werden. Der polnische Meister der Jahre 1983, 1984, 1990, 1992 und 1993
empfing den befreundeten Verein aus Lubin. Die Gäste stehen
derzeit auf dem zweiten Platz und haben somit beste Karten ein zweites
mal nach 1991 den Meistertitel nach Lubin zu holen.
Was sich heute auf den Rängen abgespielt hat, ließ
allerdings alles andere in Vergessenheit geraten. Wer denkt dass bei
Schalke vs. Dortmund eine Hammerstimmung wäre, der war unter
Garantie noch nie in Polen. Unser Standort war auf der
Hintertortribüne der Lech-Supporter. Der Verein wird in den
Fangesängen aber "Kolejorz" genannt, was so viel wie die
"Eisenbahner" bedeutet da Lech Poznan früher ein staatlicher
Eisenbahner-Verein war. Vor der Tribüne waren mehrere Lautsprecher
positioniert, aus der 90 Minuten lang Anfeuerungen des auf einem Podest
stehenden Capos zu hören waren. Dabei kam in ziemlich jedem Satz
der Begriff Curva vor, dem wohl
geläufigsten Schimpf- und Kraftwort Polens. Die Gesänge
konnten sehr laut
werden, und auch der Rest des Stadions wurde immer wieder mit
einbezogen. So gab es zwischen den beiden Hintertortribünen
Zaglebie Lubin-Wechselgesänge. Doch beide Tribünen waren mit
Heimfans gefüllt, die 1.300 Gästeanhänger wurden dabei
gar nicht mit einbezogen. Ich dachte ich schaue nicht richtig, als
plötzlich 17.000 Zuschauer zeitgleich ihren Schal in die Höhe
hielten und ihre Gesänge trällerten. Unglaubliches Bild! Auch
der Anblick des ganzen Stadions wie es sich einklatscht war einfach
unbezahlbar. Alleine für solche Augenblicke hat sie die Anreise
schon mehr als gelohnt. Für unser Land absolut unvorstellbar! Auch
eine Choreo zum Spielbeginn gab es, und zwar ein Form eines riesigen
Vereinswappen mit Flügeln. Im Ober- und Unterrang der Tribüne
wurden dazu noch blaue und silberne Alufolien in die Luft gehalten.
Äußerst schick, doch leider war die Sicht von unserer
Position nicht allzu gut. So half man letztlich auch beim
präsentieren einer weiteren Blockfahne in Form eines
überdimensionalen Lubin-Trikots. Sehr gut gefielen auch die
Gäste! Sie waren so ziemlich immer in Aktion zu sehen und
zeichneten sich mit mehreren sehr gelungenen Bengal- und Fahnenshows
aus. Wirklich klasse! Es blieben heute wirklich kaum Wünsche
offen. Lediglich ein "verhasster" Gegner hätte das ganze wohl noch
interessanter machen können und noch mehr Emotionen unter den
"Kibice" hervorrufen können. Das Spiel endete übrigens 2-0
für die favourisierten Gäste, wobei die Hausherren allerdings
lange Zeit gut mithalten konnten. Nach 90 Minuten hätte es 0-3
heißen können, doch ein Foulelfmeter wurde neben das Tor
geschossen.
Der Schlusspfiff folgte, nun hieß es für uns zurück zum
Bahnhof zu kommen. Die Straßenbahnen waren brechend voll und
spätestens nach dem 15. erfolglosen Versuch ein Taxi zu bekommen
gab man auf und versuchte sein Glück zu Fuß. Letztlich
verpasste man den eingeplanten Nachtzug nach Berlin, welcher uns
immerhin noch etwas Schlaf in einem Berliner Hostel einbringen sollte.
Der nächste sollte erst um 03:30 Uhr fahren! Nach einem Besuch im
McDoof und im Internet-Café verzog sich die Dreier-Kombo
richtung Kentucky Fried Chicken, direkt gegenüber den Schaltern.
Immerhin hat der Laden bis auf eine Stunde am Morgen den ganzen Tag
über geöffnet. Mit einer Cola in der
Hand wurde es sich an einen der Tischen bequem gemacht und es wurde das
getan, was hier im KFC total im Trend sein scheint: Schlafen! Mit den
Köpfen auf den Tisch oder zurückgelehnt, ja das ist doch mal
sehr komfortabel! Zum Glück schlug die Uhr bald drei und der D-Zug
nach Berlin konnte nach einer ausgiebigen Sammlung von
Fahrpreis-Angeboten bestiegen werden. Am Bahnschalter hörte man
den Preis von 140 Zł (36 EUR) pro
Person, lediglich für eine Reservierung von Poznan bis
Frankfurt/Oder. Ein Ticket hatte man ja schon, zumindest wurde auf das
Tchibo-Ticket einfach mal "Poznan - Lingen/Ems" gekritzelt. Mit 22 Euro
war man beim weißrussischen Schlafwagen- Schaffner für die
Reservierung Poznan-Berlin dabei. Letztlich gab es noch einen Preis
beim polnischen Liegewagen-Schaffner von 55 Zł (14,15 EUR) pro
Person und Reservierung. So gab es immerhin noch etwas anständigen
Schlaf, lediglich gestört durch die übliche "Passport" -
Unterbrechung.
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