VfB Oldenburg
3 - 0
SV Meppen
28. Oktober 2007
Sonntag, 14:00 Uhr
Oberliga Nord
(4. Liga)
4.560 Zuschauer
(300 Gäste)
Stadion am Marschweg (15.200)
Marschweg 25
26122 Oldenburg (Oldb.)
Niedersachsen
Die Vorfreude auf das Derby gegen Oldenburg war schon seit Wochen groß. Irgendwie hatte man sie ja doch vermisst, die Oldenburger. Drei Jahre nach dem Meppen am letzten Spieltag das Fernduell um den letzten Qualifikationsrang für die Oberliga Nord für sich entschied, durften die Huntestädter wieder in der Viertklassigkeit zurückkehren. Und das erfolgreich! Immerhin rangieren sie zurzeit auf dem zweiten Tabellenplatz, neun Plätze vor Meppen. Die Szene Meppen bemühte sich um einen angemessenen Rahmen für dies lang ersehnte Derby. So wurde frühzeitig ein Sonderzug organisiert, welcher allerdings drei Wochen vor dem Spiel von der DB aufgrund der drohenden Bahnstreiks gestrichen werden musste. Nun wurde kräftig für die gemeinsame Anreise mit dem Regelzug geworben. Waren es in Meppen noch knapp 130 Zugreisende, füllte sich der Zug immer mehr bis man beim Umstieg in Leer einen stattlichen Mob von 200 Anhängern vorweisen konnte. Der Aufruf in schwarz zu erscheinen wurde überraschend gut angenommen, so dass man letztlich gar von einem schwarzen Block sprechen kann. Ohne besondere Vorkommnisse ging es in einem 35-minütigen Marsch zum Gästeblock des Stadions. Hier wurden nun die letzten Vorbereitungen für die Choreographie getroffen. "Mit unserem Stadtpatron zum Derbylohn" hieß die Hoffnung der mittlerweile knapp 300 Gästeanhänger. Dazu wurden 14 Folienbahnen in blau-weiß und den Stadtfarben gelb-rot hinter dem Bild des Stadtpatrons mit dem Stadtwappen präsentiert. Auch Oldenburg scheute keine Kosten und Mühe für eine Choreo. Wie erst im Nachhinein zu erfahren war, sollte die Blockfahne eine Menschenmenge von trauernd bis feiernd mit den Worten "Tränen - Treue - Triumphe" darstellen, unterstrichen mit dem Banner "110 Jahre VfB Oldenburg". Für solch eine Aktion sind die Ränge auf der Gegengerade allerdings viel zu flach - schade! Auch Spruchbänder kamen auf beiden Seiten zum Einsatz. Mit "Oberliga's Finest? - Here we are!" wurde aus Meppen auf die Oldenburger Choreo gegen Kiel reagiert, in der sich die Huntestädter eben als Oberliga's Finest betitelten. Ein weiteres Spruchband bestand aus "Die Hölle von Donnerschwee - wohl nur 'ne Schnapsidee". Im Emsland legt man viel Wert auf gemütliches Beisammensein, so dass man einlud zu "15:50 Uhr: Essen bei Elena!", worauf hin kurz darauf mit "Was will Essen da?" geantwortet wurde. Auf Seiten der Heimfans war außerdem "Für eine BUNTE Kurve" und "Gratulation, IHR habt die dicksten Kartoffeln" zu sehen. Oh Oldenburg, wenn es so ist dann haben euch ein paar dumme Bauern im eigenen Stadion in Sachen Support geschlagen. Meppen bot einen 90-minütigen mit Megaphone angestimmten fanatischen Support. Wieder einmal zeigte sich dass sich die Szene, wenn es drauf ankommt, keinesfalls zu verstecken braucht. Die Oldenburger hingegen scheinen zurzeit echte Probleme mit der akustischen Unterstützung im eigenen Stadion zu haben. Knapp 25 Fans trieben ihren VfB mit Gesängen nach vorne, doch im Gästeblock waren die Gesänge während des kompletten Spiels nicht oder kaum zu hören. Man war enttäuscht! Genau wie im Emslandstadion, wird auch am Marschweg eine Heimfahne eingesetzt. Wie man sagen muss, eine optisch ansprechende. Etwas Rauch kam während des Spiels auch noch ins Spiel. Drei mal hüllte sich der Gästeblock in Nebel ein.

"Entscheidend ist auf'm Platz", "Der Ball ist Rund" und "Ein Spiel dauert 90 Minuten"! Ja, Fußball wurde heute auch noch gespielt. Und zwar kein schlechter! Eine Stunde lang machte Meppen das bessere Spiel. Famiyeh war es, welcher so gut wie frei vor dem gegnerischen Keeper stand und das Ding einfach nur einzulochen brauchte. Doch der Fußballgott war wohl Kaffee trinken, denn statt in Führung zu gehen fing der SVM sich bald das 0-1 ein. Erkan Kilicaslan war es - ein Spieler welcher noch Anfang der Saison auf der Wunschliste der Emsländer stand! Und wenn man nicht eh schon genau wüsste dass er ein Stürmer ist, könnte man glatt denken dass es ihm Spaß macht Tore zu schießen! Innerhalb von nur 25 Minuten gelang ihm ein lupenreiner Hattrick! Nun stand es plötzlich 3-0 für die Gastgeber, wobei es letztlich auch blieb. Ein zu deutliches Ergebnis, das war klar! Denn Meppen hatte sich gut verkauft! Eine Ampelkarte konnte sich kurz vor dem Spielende ein weiteres mal Oldie Mathias Jack abholen.

Der Gästeblock wurde nach dem Spiel mit einer 10-minütigen Blocksperre belegt. Einige Gesichter skandierten gegen den Trainer. Doch hat er das nach so einem Spiel wirklich verdient? Nein! Von der dem Gästeblock angrenzenden Haupttribüne kamen nun verbale Pöbeleien einiger Oldenburger. Man ließ sich provozieren und ein Teil des Mobs bewegte sich Richtung Seitenzaun, welcher dann in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Staatsmacht schritt ein und handelte nicht zimperlich, so dass selbst unbeteildigte Fans in der Nähe des Zauns die übertriebene Härte des Gesetzes zu spüren bekamen. Blutüberströmte Gesichter waren zu sehen. Der Mob wurde nun ohne Zwischenfälle zurück zum Bahnhof geleitet und der von der Polizei aufgehaltene Zug konnte abfahren. Der Derbytag näherte sich langsam dem Ende. Das Spiel wurde verloren, doch die Szene Meppen lebt trotz der sportlichen Misere. Danke an alle die dabei waren und dies möglich gemacht haben!








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