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Mit
den Bummelbahnen der Merda DB ging es heute zu diesem Oberligakick in
den Südwesten der Republik. Der 6-Uhr-Zug führte mich erstmal
nach Münster. Nachdem dann Jörg in Hamm zugestiegen war, ging
es über Köln, Koblenz und Bingen bis in die Kurstadt Bad
Kreuznach, wo wir nach 15 Minuten Fußweg und einem kleinen
Abstecher zum Discounter das Friedrich-Moebus-Stadion erreichten. Dies
Leichtathletikstadion bietet auf einer Geraden zahlreiche
unüberdachte Sitzschalen und im restlichen Oval über
reichlich Wall mit fünf Stufen. Dazu kommen weitere Stehtraversen
auf
der Mitte der Gegengeraden. Für 7 Euro Eintritt sollte man
allerdings zumindest Toiletten erwarten. Stattdessen hörte man an
allen Ecken Gefluche und Gemecker über diesen Zustand. Lediglich
die VIPs können in den Genuss dieses Luxus' kommen, sie
müssen nur raus aus dem Stadion und auf die andere
Straßenseite in das Clubheim. Scheiß drauf, denn das Spiel
des Sechzehnten gegen den Tabellenvierten aus dem Saarland stand an.
Fast auf den Tag genau vor 32 Jahren gab es diese Begegnung noch in der
2. Bundesliga Süd. Es blieb die einzige Profisaison der
Rheinländer, Saarbrücken hingegen stieg in die Bundesliga
auf. Das Spiel ging damals wie heute mit 2-0 Toren an die Gäste.
Die Heimmannschaft blieb ungefährlich, ihr droht nun der Abstieg
in die zukünftige 6. Liga. Mehr als 350 Gäste machten sich
auf den 120 km langen Weg und nahmen die heute provisorisch abgesperrte
Gegengerade für sich in Anspruch. Der aktive Teil von ihnen
entpuppte sich schon kurz vor Spielbeginn als gut agressiver Haufen,
wurden doch gleich mal die aufgestellten Bauzäune zum Spielfeld
teilweise niedergerissen, nachdem die Ordner einer Zaunfahne zu Nahe
kamen. Das rief auch sofort eine halbe Hundertschaft auf den Plan,
welche sich nun vor dem Block versammelte, ehe sich die Situation bald
beruhigte. Der Support der Saarbrücker war für die
Größe des Fanblocks sehr ansprechend. So wurden 90 Minuten
lang stark französisch angehauchte Lieder geträllert. Mal was
anderes als der Einheitsbrei, den man sonst bei den Ligaspielen in
Deutschland so hört. Die Saarbrücker Fanszene konnte also
positiv überzeugen und wird mit Sicherheit demnächst noch ein
mal besucht. Um viertel nach vier konnte nun wieder die Heimreise
angetreten werden. Nach Umstiegen in Bingen und Koblenz sollte als
nächstes in Duisburg in die Regioalbahn nach Wanne-Eickel
umgestiegen werden. Aber nix da, Merda DB hatte 16 Minuten
Verspätung und versaute uns den Anschluss. Doch zum Glück
durfte stattdessen von Duisburg nach Münster der ICE genutzt
werden. Danke, Merda DB! Alles in einem ein erfolgreicher Tag, bei dem
sich die Anreise voll und ganz gelohnt hat.
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