20.
März 2008
Donnerstag, 19:30 Uhr
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Oberliga Nord
(4. Liga)
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3.600
Zuschauer
(250 Gäste)
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Vivaris-Arena Emsland (16.500)
Lathener Straße 15
49716 Meppen
Niedersachsen |
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Nach mehr als drei Monaten konnte an
diesem Gründonnerstag endlich das Spiel gegen Holstein Kiel
nachgeholt werden. Holstein Kiel - Das ist der Deutsche Meister 1912,
welcher letzte Saison unglücklich mit 48 Punkten aus der
Regionalliga abgestiegen ist, nun aber an der Tabellenspitze der
Oberliga Nord rangiert. Für die Holsteiner Fans war es das Spiel
der Saison, und auch in Meppen freute man sich bereits auf einen gut
besuchten Gästeblock, kommt das in der Oberliga doch nicht allzu
oft vor. Zur Einstimmung organisierte die Szene Meppen einen Fanmarsch
von der Kneipe Up'n Bült in der Innenstadt zum Stadion.
Schätzungsweise 80 Fans beteidigten sich und marschierten in
Polizeibegleitung zum
Stadion. Überhaupt, das Aufgebot der Staatsmacht war so groß
wie lange nicht mehr. Aus Oldenburg wurde eigenst eine Hundertschaft
angefordert.
Bei Wind und Dauerregen fanden 3.600 Zuschauer den Weg ins
Emslandstadion, darunter knapp 250 Gäste aus dem 320 km entfernten
Kiel. Die Holsteiner boten mit Michael Holt und Simon Henzler gleich
zwei alte bekannte auf. Auf Seiten der Meppener war Stürmer Andy
Gerdes wieder mit von der Partie. Klasse Einstellung dass er
angeschlagen um jeden Preis wieder spielen wollte und Trainer
Hüring letztlich wohl auch überzeugen konnte. Doch einnetzen
durfte er heute nicht. Beide Abwehrreihen standen gut, Torchancen und
andere Highlights waren auf beiden Seiten rar. Es dauerte nicht lange
bis sich das Spielfeld in einen Acker verwandelt hat und die Spieler
knöcheltief im Matsch standen. Aber es blieb beim torlosen
Unentschieden, welches Kiel an diesem Wochenende noch die
Tabellenführung kosten sollte.
Während die Höhepunkte auf dem Spielfeld nun also selten
waren, gab es auf den Rängen umso mehr davon. Der ultraorientierte
Heimblock präsentierte ein farbenfrohes Intro. Neben einem
übergroßen Doppelhalter mit dem Symbol der Szene Meppen
wurden Konfetti, Kassenrollen und zahlreiche Fähnchen eingesetzt.
Untermalt wurde das ganze durch die Sportverein Meppen Heimfahne. Der
Gästeblock geizte im selben Augenblick nicht mit dem Einsatz von
Pryo in Form von Bengalen und einer Leuchtspur. Auch später gab es
immer mal wieder einen in Rauch und Pyrolicht gehüllten
Gästeblock, was allerdings in einem massiven ACAB-Einsatz endete.
Der Block wurde gestürmt und die Kieler kamen die brutale
Härte der Staatsmacht zu spüren. Wenn man sich nun vor Augen
hält dass das Abbrennen von Feuerwerkskörpern eine
Ordnungswidrigkeit ist, im Gegenzug aber unbeteidigte Väter vor
ihren Kindern niedergeknüppelt werden, am Boden liegende getreten
werden und Fans Menschenverachtend behandelt werden, hat das ganze mit
einem angemessenen Polizeieinsatz nichts mehr zu tun! Mehrere Kieler
Fans wurden verletzt. Der Meppenblock zeigte Solidarität mit
Gesängen wie "Fußballfans sind keine Verbrecher", "Gegen
Polizei und gegen Stadionverbot" und "ACAB". Die Kieler
unterstützten nach einiger Zeit weiter ihre Mannschaft und
präsentierten einen fanatischen Support. Ebenso die Meppener,
welche so gut wie 90 Minuten lang lautstark ihr Team anfeuerten.
Wirklich klasse wenn sich so viele Leute beim Support mit einbringen.
So kanns weitergehen! Die Stimmung war also bestens! Auch hier wurden
öfters einzelne Bengalen und Kanonenschläge eingesetzt.
Völlig unnötig war der Wurf eines Feuerwerkskörpers auf
den Rasen, direkt neben einem Journalisten. Muss wirklich nicht sein!
Unterm Strich ein recht stimmungsreiches Spiel, welches es in dieser
Form in Meppen schon lange nicht mehr gegeben hatte. Spätestens
nach dem die Kieler mit ihren vier Bussen den Heimweg antreten wollten,
dürfte ihnen wohl der Verlust ihrer "Ultras Kiel"-Fahne
aufgefallen sein. Tja, da hat wohl jemand nicht aufgepasst auf das gute
Stück. Gott sei Dank haben Meppener Sportsfreunde den Stofflappen
in Sicherheit bringen können. Wir Emsländer sind eben ein
hilfsbereites Volk! Amen!
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