18.
Januar 2009
Sonntag, 13:30 Uhr GMT
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Premier League
(1. Liga England)
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31.818
Zuschauer
(2.500 Gäste)
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Boleyn Ground / Upton
Park (35.146)
Green Street
E13 9AZ London (Newham)
Greater London
(England / GB)
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Morgens
aufzustehen ist blöd, in London aufzustehen nicht!
Schließlich gab es in der 7,5 Millionen Einwohner Stadt auch
heute wieder ein straffes Programm mit einem Mix aus Sightseeing,
Fußball, Kultur und sonstigem Gedöns. Zu Beginn gab es einen
Besuch beim Tower of London, dessen Besichtigung nach dem Erfahren des
stolzen Preises von 20 £ dankend
abgelehnt wurde. Reinste Touristenabzocke! Immerhin durfte die Tower Bridge kostenlos
betreten
werden.
Schon früh machte ich mich auf dem Weg zum Upton Park und etwas
besorgt sah ich der Eingangskontrolle entgegen, schließlich sind
Fotokameras in der Premier League absolut verboten. Letztlich aber
vollkommen unnötig Gedanken darüber verschwendet, da im
Stadioninneren jeder wild um sich herumfotografierte und es keinen
Ordner zu stören schien. Mein Platz auf dem "Centenary Stand
Lower" war fast direkt hinter dem Tor und ich so saß ich ziemlich
nah am Spielgeschehen auf Höhe des Spielfeldes. Der Boleyn Ground,
wie er korrekt heißt, sieht von Außen aus als würde es
Platz für 60.000 Menschen bieten, ist also ein wirkliches
imposantes Teil! Die Haupttribüne ist dabei jedoch noch einiges
größer als die restlichen Tribünen auf denen es
English-Like keine Stehplätze gibt. Trotzdem ein wirklich netter
Ground mit flachen Tribünen, welche wahrscheinlich auf jedem Platz
beste Sicht aufs Spielfeld bieten. Nach und nach füllte er sich
recht gut, lediglich 4.000 Sitzschalen blieben heute leer.
Fangesänge vor dem Spiel, welche die Vorfreude auf die folgenden
90 Minuten in der Regel noch weiter in die Höhe schnellen lassen,
waren vollkommen Fehlanzeige. Eine Ausnahme gab es, nämlich das
mittlerweile 90 Jahre alte Vereinslied "I'm forever blowing bubbles"
welches lautstark mitgesungen wurde und von einer typisch englischen
Schönheit ein paar Reihen hinter mir vom ständigen pusten von
Seifenblasen untermalt wurde. War ganz nett, aber genau wie die
kommenden 90 Minuten absolut nicht Gänsehautreif. Auch hier war
die Stimmung auf den Rängen wieder sehr spielabhänig,
öfters gab es für mehrere Minuten überhaupt gar keine
akustische Unterstützung. Dann gab es aber wieder klare und laute
Sprechgesänge. Ständig wiederholt wurden die "F*** of Craig
Bellamy"-Sprechchöre, zu Ehren des Spielers welcher in den Wochen
zuvor
für 15,5 Millionen Euro zu ManCity gewechselt ist. Auch die
Awayfans aus dem Südwesten der Stadt waren hin- und wieder zu
hören, konnten aber ebenso wenig überzeugen. Die Hammers
hatten die Elf von Gästetrainer Roy Hodgson fest im Griff und
konnten bereits nach sechs Spielminuten den Führungstreffer
erzielen. Zwar glich Fulham 15 Minuten später aus, doch in der
zweiten Spielhälfte wurde der Sieg der Hausherren mit weiteren
zwei Treffern in den Kasten von Ex-Bundesligaspieler Marc Schwarzer
klar gemacht.
Nach Spielende ließ ich mir ein wenig Zeit um nicht direkt von
den Massen in den Bahnen erdrückt zu werden, so schaute ich noch
beim Supermarkt vorbei und versorgte mich noch ein wenig mit Proviant.
Schon bald stand ich wieder vor dem Bahnhof und wunderte mich warum der
Eingang abgesperrt war. Auf den Zeigefinger des Bobbys welche direkt
auf eine knapp 1 km lange Schlange deutete an der man sich doch
anstellen sollte, hätte ich gerne verzichten können! Uff!
Aber gut, rein ins Getümmel! Bald war ich wieder im Herzen der
Stadt und traf dort auf zwei
gute
Freunde von mir (allerdings nur im Schaufenster der Bank of
Scotland als Wachsfiguren - hoch lebe Little Britain). Ich machte mich
auf dem Weg zum Trafalgar
Squere,
welcher oftmals als eigentliches Zentrum von London gesehen wird und
stolperte dort über die National
Gallery. Der freie Eintritt lockte mich herein in die
zahlreichen Ausstellungsräume mit originalen Bildern von
Rembrandt, van Goch, Rubens und vielen anderen berühmten Malern.
Sehr beeindruckend das ganze! Mein Weg führte mich nun zum
Leicester Squere und ich war ein wenig irritiert warum hier Tausende
von Menschen umherirrten. Es waren Scheinwerfer und Nebel vor einem
großen Gebäude zu sehen und schnell war klar dass es eine
Filmpremiere sein müsste. "Revolutionary Road" feierte seine
UK-Premiere und ich reihte mich einfach mal in die Menge ein und
wartete auf das was kommen sollte. Kurze Zeit später stand
plötzlich Leonardo di
Caprio
vor mir und auch Kate Winslet
stolzierte über den roten Teppich. Solch unerwartete Prominenz
würds im Südemsland wohl nicht geben, behaupte ich mal! Am
Piccadilly Circus verabredete ich mich dann mit Mario und Uwe und wir
ließen den Abend mit einigen Bieren im Pub ausklingen. Am
nächsten Tag trafen wir uns auf dem Flughafen wieder, denn wir
hatten den gleichen Rückflug gebucht. Mittags landeten wir
wohlbehalten wieder in Bremen und der Kurzausflug ins Königreich
ging zu Ende. London hatte einige tolle Eindrücke hinterlassen.
Jeder der noch nicht dort war sollte unbedingt mal einen Abstecher
dorthin machen. Nur allzu oft wird es mich hierher doch wohl nicht
verschlagen, denn der Fußball ist einfach viel zu teuer und die
Stimmung in den Stadien ist oftmals zu verhalten. Trotzdem: Ein tolles
Wochenende an der Themse!
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