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Nachdem
das Auswärtsspiel in Pewsum dem Winter zum Opfer fiel, sollte die
Wahl eines Alternativspiels nicht lange auf sich warten lassen. Die
Gelegenheit zum Besuch des alten Tivolis mit einem interessanten Gegner
wie Nürnberg konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen, zumal
das Stadion schon im Sommer durch einen in der unmittelbaren Nähe
entstehenden Neubau ersetzt werden soll. Der alte Ground wird
abgerissen um Platz für ein Wohngebiet zu schaffen! Da blutet das
Herz eines Stadionfreundes! Zu zweit machte man sich per WE-Ticket auf
dem Weg in die Kaiserstadt. Die am Tag zuvor reservierten Karten
für den Würselener Wall lagen bereit und nachdem die zu viel
gekauften Tickets (wohl falsch kalkuliert bei der Mitfahrersuche)
wieder an den Mann gebracht werden mussten, konnte es ins Stadion
gehen, welches ganz gut gefallen konnte. Bei mehr als die Hälfte
aller
Zuschauerplätze handelt es sich um unüberdachte
Stehplätze (besonders der steile Würselener Wall konnte
gefallen) mit Nähe zum Spielfeld. Die beiden Geraden wurden mit
überdachten Tribünen für Sitz- und Stehplätze
ausgestattet. Von der tollen Atmosphäre im Hexenkessel Tivoli
hatte man schon gehört, heute war davon aber bis auf dem Treiben
im Gästeblock trotz hohen Sieg kaum etwas zu spüren. Hin- und
wieder gab es im Stadion laute Gesänge, dann aber wieder
minutenlange Stille. Ein ganz kleiner Haufen Ultras auf den
überdachten Stehrängen war zwar öfters mal in Bewegung
zu sehen, in 90 Metern Entfernung aber rein gar nicht zu hören.
Absolut enttäuschend! Die Gästefans waren in gleicher
Entfernung und präsentierten sich während der kompletten
ersten Hälfte sehr lautstark und abwechlungsreich. Sie dominierten
also ganz klar! Sehr Schade dass das Spiel so schnell entschieden war,
schon zur Pause lagen die Cluberer 1-4 hinten und der Support wurde
eingestellt. Von Aachen dann später zahlreiche Einlagen wie "Oh
wie ist das schön..." und ähnliche Freudenausbrüche. Das
Spiel zwischen dem 6. und 5. der Liga ging überraschend klar an
die Heimmannschaft, welche den Gegner letztlich gar mit 6-2 nach Hause
schickte. Mann des Tages mit einem tollen Spiel und zwei Toren war der
erste 18-jährige Juniorennationalspieler Lewis Holtby - kann noch
mal ein ganz großer werden. Gleich nach Spielende suchte man sich
einen Bus für die Rückfahrt zum Hauptbahnhof, wo um 16:13 Uhr
der Zug richtung Heimat starten sollte. Um 16:14 Uhr sahen wir dann auf
dem Gleis die Rücklichter unseres Zuges! Sehr gerne hätte man
sich bei der "betuchten Dame" bedankt, welche unterwegs in den
überfüllten Bus zugestiegen war, sich beim Fahrer
ausfühlich über die richtige Verbindung informierte um dann
Schritt für Schritt wieder auszusteigen! Aber gut, zumindest gab
es noch die Möglichkeit eine Stunde später zu fahren und so
ging es ohne weitere Vorkommnisse wieder ins Emsland.
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