FC Universitatea Craiova
0 - 0
ACF Gloria Bistriţa
7. März 2009
Samstag, 20:30 Uhr OEZ
Liga 1
(1. Liga Rumänien)
7.000 Zuschauer
(200 Gäste)
Stadionul Ion Oblemenco (25.252)
Bulevardul Ştirbei Vodă
RO-200850 Craiova
Rumänien (Judet Dolj)
Die 209 km von Bukarest nach Craiova wurden in drei Stunden zurück gelegt. Im Zug versuchten immer mal wieder Zigeuner etwas von ihrer Ware unbekannter Herkunft zu verkaufen. Dabei wird eine Auswahl von kleineren Spielen, Accossoires oder anderem Gedöns vor einem auf den Sitz oder die Ablage gelegt und bei Nichtinteresse nach einigen Minuten wieder eingesammelt. Nee Danke, da lasse ich meine Brieftasche lieber eingesteckt! In Craiova machten wir zunächst einmal Bekanntschaft mit der Köter-Szene Craiova, kurz KSC! Aber das ist in diesem Land ja ein völlig normales Bild, überall streunern Gruppen von Hunden herum, welche allerdings in den meisten Fällen ziemlich harmlose Häufchen Elend sind. Per Taxi steuerten wir zunächst das Stadion des heutigen Gastgebers an und schafften es die Sicherheitskräfte zu überreden den Innenraum eben schnell für einige Fotos betreten zu dürfen. Nach erfolgreicher Ticketbeschaffung (Haupttribüne für 20 Lei) überbrückten wir die Zeit bis zum Anstoß mit einem Abstecher zum Fan-Shop sowie zum alten Stadionul Tineretulei. Da immer noch genügend Zeit blieb, sollten nun 1-2 Bier her! Das sollte sich in Stadionnähe als gar nicht mal so leicht erweisen! Die Tankstelle am Stadion verkaufte kein Alkohol mehr, wohl eine Sicherheitsauflage vor den Heimspielen von Universitatea. Nun musste ein kleiner Kiosk dran glauben, welcher allerdings auch kein Alkohol mehr verkaufen durfte. Leisner schaffte es die Angestellte total zu entnerven und ihm doch sein Bier zu verkaufen, was aber auch wohl nur aufgrund der Sprachbarriere gelang. Da wusste die arme allerdings noch nicht dass zwei weitere Deutsche hinter ihm standen und das gleiche wollten. Völlig verzweifelt verkaufte sie auch uns die Getränke, schmiss dabei das Wechselgeld nur so über die Theke. Auch die Craiova-Supporter hinter uns bekamen dies mit und wollten natürlich ebenfalls Bier kaufen, was nun aber scheinbar entgültig nicht mehr gelang. Der richtige Moment die Beine in die Hand zu nehmen war also gekommen, nix wie weg hier! Vor einem Hauseingang in einer Nebenstraße machten wir es uns nun bequem und genossen das verbotene Getränk. Assisuff allez! Das Spiel nahte und wir machten uns wieder auf dem Weg zum Stadion, einer weitläufigen Schüssel aus dem Jahr 1960 mit knapp 28.000 Sitzschalen. Gastgeber Universitatea konnte bereits vier mal den Meisterschaftstitel und sechs mal den Landespokal für sich verbuchen. Doch das Spiel gegen Bistrita war keinesfalls ein Hingucker. Eine müder Kick ohne größere Höhepunkte, geschweige denn Toren, welche in diesen Breitengeraden allerdings eh ein seltenes Gut sind. Von beiden Fangruppen gab es etwas Sing-Sang, ohne jedoch dabei zu überzeugen. Sowohl die Gäste hinter dem linken, als auch die Heimfans hinter dem rechten Tor präsentierten etwas Rauch, das blieb aber auch fast schon das einzige optische Highlight. So war man doch irgendwie froh als sich das Spiel bei dem nasskalten Wetter dem Ende nahte. Es galt nun wieder einmal einige Stunden zu überbrücken, sollte unser Zug in Richtung Brasov doch erst um 01:47 Uhr abfahren. Per Taxi steuerten wir ein vorab empfohlenes Pub an, was sich allerdings als nicht allzu lohnenswert herausstellte und nach drohender Erstickungsgefahr der Rauchschwarden (man ist halt nix mehr gewöhnt) bald wieder verlassen wurde. Wir schlenderten durch die Straßen und stießen auf die noble Pizzeria El Greco. Geil, ich habe mich immer noch nicht entschieden ob es die beste oder zweitbeste Pizza meines Lebens war, auf jeden Fall ein sehr leckeres (und großes) Ding für gerade mal 4,50 € inklusive Getränk. So lässt es sich aushalten! Für Belustigung sorgte noch Jens, als er bei der Zahlung auch einige Bani-Münzen (100 Bani = 1 Lei) in die Mappe legte, in der man für gewöhnlich die Rechnung mit dem Geld wechselt. So war der Kellner doch etwas Sauer als er dies sah und schmiss die Taler über den Tisch. Da hatte er sich von den reichen Deutschen wohl etwas mehr erwartet. Wir investierten nun lieber in ein Taxi. Auf zum Gara!



Home