FC Brașov
1 - 0
FC Steaua Bucureşti
8. März 2009
Sonntag, 15:00 Uhr OEZ
Liga 1
(1. Liga Rumänien)
10.000 Zuschauer
(700 Gäste)
Stadionul Tineretului (12.670)
Strada Stadionului
RO-500269 Brașov
Rumänien (Judet Brașov)
Nach einem Umstieg in Bukarest erreichten wir pünktlich um 08:52 Uhr die 280.000 Einwohner Stadt Brasov (deutsch: Kronstadt), im Osten des historischen Gebietes Transsilvaniens. Eine tolle Bahnstrecke mitten durch die schneebedeckten Karpaten! Leisner hatte ein lohnenswertes Hotel vorgeschlagen, dem Hotel Postavarul im Zentrum der Stadt, bei dem man für knapp 10 € pro Person im Zweibettzimmer dabei war. Herrlich, endlich mal wieder eine Dusche und ein richtiges Bett! Aber keine Zeit zum Schlaf nachholen, denn wir hatten ja noch Termine. Am Stadion des FC Brasov sollte es zum Treffen mit einem Vereinsoffiziellen kommen, welcher uns drei Tickets für das Spiel am Nachmittag reservierte. Die Preise für dies Spiel wurden mehr als verdoppelt, so gab es die günstigsten Karten für 50 Lei (11,60 €). Zur Erinnerung: Die teuerste Karten bei beiden besuchten Erstligaspielen lagen bei 20 Lei. Chaos gab es beim Thema Zulassung der Gästefans. Zuerst hieß es Steaua würde ein Kontingent von 1.700 erhalten, dann hieß es dass aufgrund Sicherheitsbedenken überhaupt keine Gäste zugelassen werden würden. Aktueller Stand nun war dass sie zwar reindürften, allerdings würden Fans in Vereinsfarben des Gastvereins abgewiesen, eine neutrale Kleidung sei also Pflicht. Absolut krank! Der Offizielle verriet und die Umbaupläne des Stadion Tineretului (Stadion der Jugend): Eine Hintertortribüne wurde bereits abgerissen um Platz für eine neue Tribüne zu schaffen, die andere Hintertortribüne soll folgen, so dass die Kapaziät auf 16.000 Plätze erweitert werden soll. Ist man damit fertig, kann mit dem Bau einer hochmodernen Arena, auf dem Gelände des alten städtischen Stadions in einigen Hundert Metern Entfernung begonnen werden. Der Sinn des ganzen dürfte wohl selbst den Einheimischen verborgen bleiben. Die beiden Geraden bieten zurzeit Sitzschalen, welche lediglich auf der Haupttribüne über eine Überdachung verfügen. Um 15 Uhr war es soweit: Brasov empfing den 23-fachen rumänischen Meister Steaua, welcher aktuell unter aller Erwartungen auf Platz 6 der Tabelle liegt. Ein langweiliger Kick bei dem es lange Zeit nach einer Nullnummer aussah. Erst in der Schlussphase schoss der Gastgeber das entscheidene Tor zum Sieg. Die mitgereisten Gästefans waren heute gut in Pöbellaune, boten dafür nur sporadisch einen spielbezogenen Support. Blinkbengalen und Rauch in den Vereinsfarben während des Spiels zeigten dann doch noch ein wirklich gutes Bild. Heimstimmung war vorhanden, ein deutlich zu erkennender Stimmungsblock hingegen nicht. Aber immer wieder Lustig zu sehen wie hier selbst die halbvergreisten Opas nur so mit Schimpfwörtern und Flüchen um sich werfen, läuft es mal nicht so wie sie es sich vorstellen. Großartig! Am späten Nachmittag verabschiedeten wir uns von Leisner, welchen es weiter nach Chisinau zog. Der Heimflug von Jens und mir ging aber erst am Dienstagnachmittag, so dass nun noch genügend Zeit zur Erkundung der Region bleiben sollte. An diesem Tage allerdings nicht mehr, wir waren zu geschlaucht, zu fertig, zu müde.

Am Montag stand nun also Sightseeing auf dem Plan. Also rein ins Taxi und ab zum Busbahnhof, um zum 25 km entfernten Dorf Bran zu gelangen. Hier in Bran ist das legändere Dracula-Schloss zu finden. Wirklich gelebt hat Graf Vlad III. Drăculea hier wohl nie, doch für den Tourismus wird diese Behauptung aufrecht gehalten. Vor Ort empfing uns ein Hinweisschild dass das Schloss heute geschlossen sei. Im Endeffekt aber nicht tragisch, denn bei 12 Lei Eintritt würden weitere 20 Lei für Foto- und 40 Lei für Videoaufnahmen hinzukommen. Was für eine Touristenabzocke! Muie Bran! Dann halt eben noch ein paar Fotos von Außen gemacht, ein T-Shirt gekauft (wieso hab ich Idiot eigentlich so viel mehr bezahlt als Jens für das gleiche Shirt am anderen Souvinierstand? Verdammte Blutsauger hier!) und wieder abgedackelt. Wieder in der Kronstadt angekommen zog es uns nun in die Altstadt sowie in Richtung des schwarzen und des weißen Turmes hinter den Stadtmauern, wo sich eine sensationelle Sicht auf die Stadt bot. Nicht umsonst zählt Brasov zu den schönsten Städten Rumäniens, wenn nicht gar zu der allerschönsten. In der Fußgängerzone hat man gar nicht das Gefühl in Rumänien zu sein, auch Zigeuner sind hier keine zu sehen. Uns jedenfalls hat es sehr gefallen! Am Abend wurde für mich ein fünftes oder sechstes Mal auf dieser Tour Pizza aufgetischt. Und ich hatte immer noch nicht die Schnauze voll davon, kein Wunder bei dem Geschmack und den Preisen. Der anschließende Besuch im Irish Pub: Laaangweilig, bloß schnell wieder weg hier! Nach der zweiten Nacht im Hotel hieß es für uns am nächsten Morgen gegen 9 Uhr wieder aufzubrechen, da am Nachmittag unser Flieger in Bukarest abheben sollte. Alles klappte reibungslos, so dass wir schon früh im viel zu kleinen und ungemütlichen Flughafengebäude waren. Abflug Baneasa um 17:05 Uhr osteuropäischer Zeit! Ankunft Köln/Bonn um 18:50 Uhr mitteleuropäischer Zeit! Jaja, war schon schlimm mit dem Jetlag zu kämpfen, aber wir sind ja schon große Jungs und haben es geschafft! Schacka! Am Dienstagabend um 22:55 Uhr war für mich Endstation am Gara Lingen, eine unterm Strich geile Tour ging Zuende. Zwar mit wenig fußballerischen Höhepunkten, dafür mit vielen tollen Erinnerungen. Besonders Chisinau und Brasov waren auf jeden Fall eine Reise wert. Sehr gerne wieder!



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