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Das
Heimspiel gegen Oldenburg stellte das klare Highlight der
Rückrunde, wenn nicht sogar der ganzen Saison dar. Mit einem Sieg
hätte der VfB heute die Meisterschaft zu 99% unter Dach und Fach
bringen können. Für Meppen hingegen ging es um nichts mehr,
bestenfalls noch um die Sicherung des dritten Tabellenplatzes.
Der Verein hatte sich gemeinsam mit Freunden des Vereins zur Aufgabe
gesetzt einen neuen
"Zuschauerweltrekord der 5. Liga" ins Emsland zu holen. 14.500
Zuschauer sollten es durch diverse Aktionen von ihm werden, 9.465
zahlende Besucher waren es letztlich. Eine dennoch sehr respektable
Zahl! Zunächst sollte eine Blaskapelle mit
Pauken und Trompeten die Gästefans vom Bahnhof abholen. Wohl nur
aufgrund dessen, dass eine Zugverbindung (zumindest die Rückfahrt)
für die Oldenburger aufgrund der späten Anstoßzeit gar
nicht möglich war, musste dieses Vorhaben "leider leider" abgesagt
werden. Stattdessen gab es vor dem Hauptevent eine Fiat-Autoparade
sowie am Spielfeldrand mehrere mit den Armen wild um sich schlagende
Luft-Bimbos (keine Ahnung wie die Teile richtig
heißen). Den Stadionverbotlern wurde heute unter Androhung einer
nicht unerheblichen Geldstrafe der Aufenthalt in Bahnhofs- und
Stadionnähe sowie im Stadtbereich verboten. Daher traf sich ein
Großteil der Fanszene zunächst an einem neutralen Ort, ehe
es für den aktiven Teil zu den letzten Vorbereitungen fürs
heute Spiel ging.
Während des Einlaufens der Spieler wurde auf
der Alten Tribüne die mit Spannung erwartete Heimchoreographie
präsentiert. Im oberen Sitzplatzbereich erstrahlte ein
"Sportverein", im Block blaue Schals sowie am Zaun ein "seit 1912", zu
den Seiten verziert mit den üblichen Farben blau, weiß, gelb
und rot. Ein wirklich sehr gelungenes Ding, ganz besonders für ein
fünftklassiges Spiel. Auch auf Seiten der insgesamt ca. 1.600
Gäste gab es eine Choreo. Genau wie letztes Jahr gab es hier in
der Mitte ein VfB-Logo, davor ein Spruchband "...simply the best" und
rundherum zahlreiche hochgehaltene Alu-Tafeln. Im Gästeblock
wurden Megaphon und Zaunfahnen verboten. Die Oldenburger waren
öfters in Bewegung zu sehen (hierbei wusste die Hüpfeinlage
zu gefallen) und konnten bei einigen wenigen Standard-Dingern eine gute
Lautstärke aufbringen. Vom neutralen Standpunkt der
Haupttribüne aus gehört, lag der Support der Meppener jedoch
um Längen vorne! Hier gab es nach der langanhaltenden Tristesse
endlich mal wieder einen Block, welcher wirklich gut gerockt hatte. Zu
guten Teilen zog eine dreistellige Zahl Anhänger mit, quasi der
ganze Tribünenbereich. Herrlich! Zum großen Erstaunen vieler
war irgendwann direkt an vorderster Stelle vor Capo und Trommel
Vorstandssprecher Kremer aufgetaucht, welcher laut mehrerer Augenzeugen
zeitweise tatkräfig und mit vollem Einsatz mitgesungen haben soll
als Zeichen des Zuspruchs an den heutigen lautstarken Support im
Meppener Block. An dieser Stelle einen wirklich großen Respekt
hierfür! Wirklich einmalig, hätte nie für möglich
gehalten dass man so etwas mal in Meppen erlebt. Während der
Schlussphase gab es Spielbedingt einen kleinen Einbruch der guten
Stimmung, es war nicht mehr so fanatisch wie zuvor.
Denn es kam wie es
kommen musste, wieder einmal konnte eine Führung nicht gehalten
werden. Aus dem 3-1 wurde innerhalb der letzten 25 Minuten ein 3-3
gemacht. Bitter, das Spiel hätte gewinnen werden müssen,
Meppen zeigte eine klasse Partie und hatte den Gegner über weite
Teile im Griff. Den ersten Gegentreffer ging man sich allerdings schon
nach drei Spielminuten durch einen Handelfmeter ein. Mit dem
Unentschieden konnte man unmittelbar nach Spielende nicht
glücklich sein, doch das wichtigste war wohl die Tatsache dass den
Oldenburgern hiermit die vorzeitige Meisterschaft versaut wurde, und
das war das Ziel des heutigen Tages! Eine
Katastrophe konnte somit abgewendet werden und letztlich konnte man
doch Stolz auf eine starke Meppener Elf sein!
Auf den Rängen blieb
es während des Spiels friedlich, doch auf den Rängen heizte
man sich gegenseitig an. "Beim Spiel die Riot Royal Fahne parat, und am
Bahnhof nichts am Start" von Meppener Seite. Oldenburg zeigte etwas
später "Schweigend offizielle Fanartikel verbrennen, und so was
willst du Ultra nennen?" und präsentierte kurz darauf die seit
einem Jahr vermisste Ultras Meppen Zaunfahne. Die Fahne
wurde damals in einer Nacht- und Nebelaktion still und heimlich von
KIEL aus dem Fancontainer geklaut und nun an rumhurende Oldenburger
weitergegeben. So viel zu dem Thema. Während des Spiels wurden von
OL immer mal wieder vereinzelte Bengalen gezündet.
Im Gästebereich gab
es nach dem Spiel eine Blocksperre, doch so langsam schien es unruhiger
auf den Straßen zu werden. Plötzlich waren Leuchtspuren am
Himmel zu sehen. Vor dem Stadion sammelten sich laut Polizeiangaben
"250 Störer", welche in Richtung Gästeblock aufbrechen
wollten. Obwohl man selbst schon einiges gesehen hatte war man doch
etwas geschockt von dem was hier nun abging. Leuchtspuren wurden mit
der Zeit nicht mehr nur in die Luft, sondern auch auf die Cops
abgeschossen. Krank! Der Himmel wurde immer wieder durch zahlreiche
Leuchtspuren und Bengalen erleuchtet. Bei den Kanonenschlägen
fragte man sich ob dies nun die Tankstelle gewesen sei, bei der sich
ein Großteil des "Feuerwerks" abspielte. Unglaublich wie viele
fremde Gesichter es hier zu sehen gab, ein erhebliches Potential
gewaltsuchender von Außerhalb versammelte sich und nahm das Spiel
zum Anlass sich auszuleben. Das Erscheinungsbild der Meppener
Fanszene dürfte für diese sinnfreie Aktion wieder einmal
einen erheblichen Schaden erlitten haben. In den Medien wurde in den
folgenden Tagen von kriegsähnlichen Zuständen gesprochen.
Nachdem die Gästebusse abreisen konnten und die Barrieren
aufgelöst wurden durfte auch ich endlich wieder zu meinem Auto um
den Heimweg anzutreten.
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