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Drei
Wochen zuvor in Helmond machte Tom das Angebot Gerrit und mir Karten
für diesen Kick in Heerenveen zu besorgen. Spontan wurde das
Angebot angenommen, und so kam es dass ich mich um 15 Uhr mit Gerrit am
Lingener Bahnhof traf um dann gemeinsam die Provinz Friesland
anzusteuern.
Die Zeitreserve war trotz der Tatsache dass wir Tom noch in Assen
aufsammeln sollten immer noch riesig. Wer hätte gedacht dass wir
diese Reserve letztlich noch völlig ausschöpfen sollten. Wir
waren gerade auf der A31 kurz vor Meppen, als das Gaspedal
zwar durchgedrückt war, doch die Tachonadel stetig weiter nach
unten zeigte. 150, 140, 130, 120, 110, 100, 90, 80 und endlich kam der
Rastplatz! Die dazugehörige Warnleuchte
verhieß nichts gutes, so dass nichts übrig blieb als den
Pannenservice zu rufen, welcher gut 45 Minuten später in Form
eines Abschleppers eintraf. Nach kurzer Prüfung half nichts, Wagen
rauf und ab zur Werkstatt nach Haren-Rütenbrock. Heute wurde
natürlich nichts mehr gemacht und so hatte man die Wahl zwischen
dem nächsten Zug zurück nach Hause oder einem Leihwagen um
zumindest das Spiel noch sehen zu können. Wie an der Existenz
dieses Berichtes zu erkennen sein müsste, fiel die Wahl auf den
Leihwagen, welcher sich dann als quitschgelber Ford Ka herausstellte.
Na herzlichen Glückwunsch! Wenigstens ein EL-Kennzeichen hatte der
kleine Flitzer, und mit einem EL-Kennzeichen sieht ja irgendwie jedes
Auto wie ein stolzes und erhabenes Auto aus! Auf direktem Wege
steuerten wir nun Heerenveen an und parkten gut 1.000 Meter vom Stadion
entfernt kostenneutral auf einem Supermarktparkplatz. Kurz hinter uns
tauchte plötzlich ein singender Mob auf, welcher geschlossen
hinter einem Transparent lief und dabei mit vereinzelnten Bengalen
hantierte. Es war der Corteo der SCH-Supporter, welche auf dem selben
Weg waren wie wir. Auf gute Fotos musste leider verzichtet werden, da
Tom vor dem Stadion bereits frierend mit den Karten auf uns wartete.
Bald darauf erlebten wir auch schon eine Schweigeminute und der Schiri
pfiff das Spiel an. Unsere Plätze fanden sich
hinter dem Tor in der Nähe der zuvor gesehenen Supporter wieder,
welche allerdings bis auf einige wenige laute Gesänge nicht so
wirklich überzeugen konnten. Trotzdem stand dieser Block die
gesamten 90 Minuten und verfolgte so die Partie gegen den Gast aus
Utrecht. Deren gut 400 Gästefans waren rein gar nicht zu vernehmen
und enttäuschten somit auf ganzer Linie, da halfen auch die zwei
Blinkbengalen nicht, welche allerdings nach zwei-drei Sekunden auch
schon wieder verschwunden waren. Die Heimfans boten zudem noch auf der
gegenüberliegenden Hintertortribüne eine Choreographie mit
Papptafeln, dessen Bedeutung mir einige Fragezeichen vor Augen brachte.
Das Spiel war wirklich
gut anzusehen, auch wenn nur recht wenig Spannung aufkam. Besonders das Heimteam kam zu unzähligen
Torchancen, welche meist jedoch nur knapp an Pfosten- oder
Lattentreffern scheiterten. So musste
nach dem Führungstreffer der Hausherren ein Strafstoß
für den zweiten Torerfolg des Tages dienen. Das Abe
Lenstra Stadion gehört zu den etwas besseren Stadien des
niederländischen Profifußballs. Auch wenn so gut wie keine
Stehplätze vorhanden sind, der
Begriff "Schmuckkästchen" ist bei diesem Stadion nicht völlig
abwegig. Auch unser Pannenhelfer von der Hinfahrt (welcher später
unter anderem eine defekte Zündspuleneinheit diagnostizierte, mit
allem drum und dran wurden so knapp 400 € fällig) kannte das
Stadion und war selber Meinung, ein echter Kenner halt! Betritt der
Besucher das Stadion, kann er doch den unteren neben dem Spielfeld
liegenden Ring alle Tribünen über die Stelzenaufgänge
erreichen. So kann er also auch direkt unter dem Gästeblock
entlang laufen um zu seiner Tribüne zu gelangen. Der Rückweg
gestaltete sich im Gegensatz zum Hinweg glücklicherweise als
Reibungslos, und so ging es nach dem Abstecher nach Aschendorf (wo
Gerrit abgesetzt wurde) direkt weiter nach Münster, welches gegen
01:30 Uhr erreicht wurde.
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