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Schon
wieder führte mich mein Weg ins Königreich der Niederlande.
Nicht ein, nicht zwei, nein gleich drei Tage sollten an diesem
Wochenende hierfür geopfert werden. Bereits am Freitagmittag
begann die Fahrt mit dem Niederlande Spezial Ticket der DB (28,50 € mit
BC 25 für die Strecke Münster, Oss, Eindhoven und
zurück). Für Nachahmer sei gesagt, dass für das
Niederlande Spezial in dieser Region (von Münster wurde auch eine
Fahrt nach zum Beispiel Roosendaal nur 14,25 € mit Bahncard kosten)
unbedingt als Via der Bahnhof bzw. Grenzübergang Bad Bentheim
eingegeben werden muss. Nach Umstiegen in Rheine, Deventer und
's-Hertogenbosch erreichte ich also schon um 17 Uhr die
77.000-Einwohner-Stadt Oss.
Die Zeit bis zum Kick-off wurde noch etwas in der Innenstadt
vertrieben, ehe dann per kurzem Fußmarsch das Stadion angesteuert
wurde. Und schon wieder erwartete mich ein Stadion aus dem
Baukastensatz der Eersten Divisie! Godverdommene Einheitsbrei! Neben
den drei All-Seater Tribünen bietet die vierte Seite allerdings
überhaupt keine Zuschauerplätze. Hier entsteht zurzeit die
gemeinsame Voetbal Academie vom FC Oss (welcher ja bis zur letzten
Saison noch unter BVO TOP Oss auflief) und NEC Nijmegen. Der Gastgeber
ging als Tabellenletzter ins Spiel, und das in der ersten Saison in der
ein Abstieg in den Amateurbereich möglich ist. Aber auch Sittard
ist stark abstiegsgefährdet, so kam es heute abend zu einem echten
Sechs-Punkte-Spiel. Während der ersten Hälfte war der Gast
dominierend, doch es blieb Torlos. Dabei sorgte der starke Regen nach
20 Minuten fast für einen Abbruch der Partie, aber nach wenigen
Minuten Pause in der sich Schiri, Mannschaftskapitäne und
Offizielle beratschlugen ging es Glücklicherweise auch schon
weiter. Das Daumendrücken hatte sich also gelohnt! Dann der
Wiederanpfiff zur zweiten Hälfte. Sittard mit dem Anstoß,
verliert den Ball an Oss, dieser bringt ihn dann über zwei-drei
Stationen blitzschnell nach vorne, nun ein herrlicher Lupfer über
den Keeper - Tor! Erst in der 91. Minute gelang den Gästen dann
der Ausgleich und in einer starken Schlussphase fast noch der
Siegtreffer. Aber es blieb bei der Punkteteilung. Der Heimblock war
hin- und wieder Mal kurz zu hören, unterm Strich war das aber nix.
Für Erheiterung sorgten die von Kindern gemalten Zaunfahnen,
welche wohl im Rahmen einer Vereinsaktion fast im ganzen Stadion zu
finden waren, in der auch ausgesperrte Ultras thematisiert wurden. Die
gut 90 Leute im Gästeblock (dazu verteilten sich noch einige
Gäste auf der Haupttribüne) machten öfters mit
Gesängen auf sich aufmerksam, ohne allerdings dabei
überzeugen zu können.
Nach einer einstündigen Zufahrt erreichte ich dann Eindhoven, wo
heute und morgen übernachtet werden sollte. Vorab buchte man ein
Bett in der "Pension Eindhoven" am Boschdijk, nur wenige Gehminuten
sowohl vom Hauptbahnhof, als auch vom Philips Stadion entfernt. Es
öffnete mir ein Typ, welchen ich mir auf der Stelle sehr gut als
"PSV-Hooligan" vorstellen konnte. Er wusste natürlich nichts von
meiner Ankunft, vor allem der späten Ankunft (es war bereits halb
zwölf), dabei war dies im Schriftverkehr bei der Buchung alles
abgeklärt. Ich zeigte ihm die Ausdrucke der E-Mails, in denen auch
meine Zahlung bestätigt wurde. Diese waren allerdings in deutsch,
eine Sprache die der überaus freundliche Herr (räusper) nicht
verstand. Er rief beim Chef an. Das Telefon wurde sogar mir noch kurz
in die Hand gedrückt. Dann nach einer Weile erhielt ich endlich
ein Zimmer, ein Doppelzimmer (alleine) denn die Einzelzimmer waren
nicht mehr frei. Eine halbe Stunde lang lüftete ich noch, zu
Nikotinverseucht war das siffige Zimmerchen. Aber immerhin durfte noch
etwas Eredivise und Eerste Divisie im Fernsehen geschaut wurden, ehe im
wackligen Bett mit den vorbeifahrenden Autos als Geräuschkulisse
die Augen zugemacht werden konnten.
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