FC Oss
1 - 1
Fortuna Sittard
26. Februar 2010
Freitag, 20:00 Uhr
Jupiler League
(2. Liga Niederlande)
1.800 Zuschauer
(110 Gäste)
Heesen Yachts Stadion (4.700)
Mondriaanlaan 4
5342 Oss
Niederlande (Provinz Nordbrabant)
Schon wieder führte mich mein Weg ins Königreich der Niederlande. Nicht ein, nicht zwei, nein gleich drei Tage sollten an diesem Wochenende hierfür geopfert werden. Bereits am Freitagmittag begann die Fahrt mit dem Niederlande Spezial Ticket der DB (28,50 € mit BC 25 für die Strecke Münster, Oss, Eindhoven und zurück). Für Nachahmer sei gesagt, dass für das Niederlande Spezial in dieser Region (von Münster wurde auch eine Fahrt nach zum Beispiel Roosendaal nur 14,25 € mit Bahncard kosten) unbedingt als Via der Bahnhof bzw. Grenzübergang Bad Bentheim eingegeben werden muss. Nach Umstiegen in Rheine, Deventer und 's-Hertogenbosch erreichte ich also schon um 17 Uhr die 77.000-Einwohner-Stadt Oss.

Die Zeit bis zum Kick-off wurde noch etwas in der Innenstadt vertrieben, ehe dann per kurzem Fußmarsch das Stadion angesteuert wurde. Und schon wieder erwartete mich ein Stadion aus dem Baukastensatz der Eersten Divisie! Godverdommene Einheitsbrei! Neben den drei All-Seater Tribünen bietet die vierte Seite allerdings überhaupt keine Zuschauerplätze. Hier entsteht zurzeit die gemeinsame Voetbal Academie vom FC Oss (welcher ja bis zur letzten Saison noch unter BVO TOP Oss auflief) und NEC Nijmegen. Der Gastgeber ging als Tabellenletzter ins Spiel, und das in der ersten Saison in der ein Abstieg in den Amateurbereich möglich ist. Aber auch Sittard ist stark abstiegsgefährdet, so kam es heute abend zu einem echten Sechs-Punkte-Spiel. Während der ersten Hälfte war der Gast dominierend, doch es blieb Torlos. Dabei sorgte der starke Regen nach 20 Minuten fast für einen Abbruch der Partie, aber nach wenigen Minuten Pause in der sich Schiri, Mannschaftskapitäne und Offizielle beratschlugen ging es Glücklicherweise auch schon weiter. Das Daumendrücken hatte sich also gelohnt! Dann der Wiederanpfiff zur zweiten Hälfte. Sittard mit dem Anstoß, verliert den Ball an Oss, dieser bringt ihn dann über zwei-drei Stationen blitzschnell nach vorne, nun ein herrlicher Lupfer über den Keeper - Tor! Erst in der 91. Minute gelang den Gästen dann der Ausgleich und in einer starken Schlussphase fast noch der Siegtreffer. Aber es blieb bei der Punkteteilung. Der Heimblock war hin- und wieder Mal kurz zu hören, unterm Strich war das aber nix. Für Erheiterung sorgten die von Kindern gemalten Zaunfahnen, welche wohl im Rahmen einer Vereinsaktion fast im ganzen Stadion zu finden waren, in der auch ausgesperrte Ultras thematisiert wurden. Die gut 90 Leute im Gästeblock (dazu verteilten sich noch einige Gäste auf der Haupttribüne) machten öfters mit Gesängen auf sich aufmerksam, ohne allerdings dabei überzeugen zu können.

Nach einer einstündigen Zufahrt erreichte ich dann Eindhoven, wo heute und morgen übernachtet werden sollte. Vorab buchte man ein Bett in der "Pension Eindhoven" am Boschdijk, nur wenige Gehminuten sowohl vom Hauptbahnhof, als auch vom Philips Stadion entfernt. Es öffnete mir ein Typ, welchen ich mir auf der Stelle sehr gut als "PSV-Hooligan" vorstellen konnte. Er wusste natürlich nichts von meiner Ankunft, vor allem der späten Ankunft (es war bereits halb zwölf), dabei war dies im Schriftverkehr bei der Buchung alles abgeklärt. Ich zeigte ihm die Ausdrucke der E-Mails, in denen auch meine Zahlung bestätigt wurde. Diese waren allerdings in deutsch, eine Sprache die der überaus freundliche Herr (räusper) nicht verstand. Er rief beim Chef an. Das Telefon wurde sogar mir noch kurz in die Hand gedrückt. Dann nach einer Weile erhielt ich endlich ein Zimmer, ein Doppelzimmer (alleine) denn die Einzelzimmer waren nicht mehr frei. Eine halbe Stunde lang lüftete ich noch, zu Nikotinverseucht war das siffige Zimmerchen. Aber immerhin durfte noch etwas Eredivise und Eerste Divisie im Fernsehen geschaut wurden, ehe im wackligen Bett mit den vorbeifahrenden Autos als Geräuschkulisse die Augen zugemacht werden konnten.



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