AIK Solna
1 - 2
Djurgårdens IF
2. Mai 2010
Sonntag, 12:30 Uhr
Allsvenskan
(1. Liga Schweden)
21.181 Zuschauer
(5.000 Gäste)
Råsunda Stadion (36.608)
Solnavägen 51
16951 Solna
Schweden (Stockholms län)
Um 11 Uhr wollten Maik und ich uns mit den anderen beiden am Råsunda treffen. Doch zuvor stand noch eine Besichtigung des legendären Olympiastadions auf dem Programm. Wir hatten Glück, die Tore waren offen und wir hatten das Stadion für uns alleine. Hier warf es mich um, ich war restlos begeistert! Was für ein geniales altes Stadion, mit so wahnsinnig vielen liebevoll hergerichteten Details. Wären die Tartanbahn und das Stahlgerüst auf dem Dach nicht, hätte es jetzt in diesem Moment das Jahr 1912 sein können, dem Jahr in dem das Stadion für die Olympischen Spiele fertig gestellt wurde. Ich fühlte mich sofort in der Pflicht hier noch einmal für ein Spiel her zu reisen. Die Derbys zwischen AIK, Djurgården und Hammarby (sofern sie denn in einer Liga spielen) finden ja leider alle im Råsunda statt, aber irgendein nettes Spielchen würde sich wohl schon finden lassen.

Das
Råsunda gilt als schwedisches Nationalstadion und liegt in Solna, einer Gemeinde direkt vor den Toren Stockholms. Es bietet 36.000 Zuschauern Platz und verfügt neben der modernen Haupttribüne über eine weitere überdachte Sitztribüne auf den Gegengerade, sowie eine unüberdachten ebenfalls mit Sitzschalen ausgestatteten Vortribüne. Aufgewertet wird das Stadion durch seine beiden großen doppelstöckigen Hintertortribünen! Micha, Maik und ich hatten noch kein Ticket für das Spiel. Völlig leichtsinnig verzichteten wir auf den Online-Vorverkauf und mussten diese Unvernunft teuer bezahlen. Da wir auf jeden Fall einen Platz auf einer der Seitentribünen haben wollten, zwecks Sicht auf die beiden Fangruppen, blieb uns als günstigste Möglichkeit nur ein Kauf von Tickets für die Vortribüne. Hier schlug eine unüberdachte Sitzschale mit stolzen 400 SEK (44 €) zu Buche. Arrrgh! Aber gut, man ist ja nicht alle Tage beim "Nordens största derby" zwischen dem aktuellen Meister und Pokalsieger AIK Solna (vor dem heutigen 10. Spieltag mit nur sechs Punkten auf einem Abstiegsrang!) und Hauptstadtclub Djurgårdens IF. Das Spiel begann und die heimischen Fans bereiteten den Spielern einen feurigen Empfang. Zwischen den gelb-schwarz-weißen Folienbahnen wurden allerhand Rauchbomben und Bengalen gezündet, dazu wurden immer wieder Leuchtspuren in den Himmel abgefeuert. Ein beeindruckendes Bild, absolut Topp! Die Gäste zeigten leider nur ein Spruchband gegen die vom TV vorgegebenen Anstoßzeiten und sonst während der kommenden 90 Minuten rein gar nichts. Der Support war besonders von der Heimseite wirklich überzeugend mit schönen lauten Gesängen und auch die Gäste konnten einige Male eine beeindruckende Lautstärke aufbieten. Schade nur dass den Djurgårdens-Supportern schnell die Puste ausging und es immer wieder ziemliche Schwächephasen gab. So blieben sie trotz eines teilweise kraftvollen Auftritts unter den Erwartungen. Nach nur zwei Minuten lag Solna somit nicht nur auf den Rängen in Führung, sondern auch auf dem Spielfeld! Doch die Gästespieler (nicht Gästefans) glichen noch vor der Halbzeitpause aus und schafften es später das Spiel zu drehen. Nun stand es plötzlich 1-2, welches trotz Unterzahlspiel in den letzten Spielminuten von den Gästen gehalten werden konnte.

Ich verabschiedete mich vom Rest der Runde, welche sich noch ein 17 Uhr-Spiel anschauen wollten. Ich hingegen hatte einen früheren Flug in Planung, welches kein weiteres Spiel mehr möglich machte. Aber das war ja auch nicht so schlimm, schließlich wollte ich noch ein wenig von Stockholm sehen. Mein Plan war es mit der T-Bana nach Gamla Stan zu fahren um von dort mit der Fähre nach
Djurgården (Tiergarten) rüberzusetzen, um diese grüne Halbinsel mit ihren Parks, Museen und historischen Gebäuden einmal persönlich zu sehen. Doch die eh schon sehr knapp bemessene Zeit wurde zum unüberwindbaren Hindernis als es an der Station nun auch noch zu einer Signalstörung kam und zunächst keine Bahn mehr fuhr. Ich musste mir eingeschehen einfach zu wenig Zeit für diese tolle Stadt eingeplant zu haben. Aber es war sicherlich nicht mein letztes Mal hier, denn das Olympiastadion wartet ja noch auf einen Spielbesuch von mir. Ich erkundete noch ein wenig die Bahnhofsgegend und wählte die nächste Busverbindung zurück zum Flughafen. Über moderne Zugangsschleusen gelangte ich zum Bussteig, von wo mich der Flybussarna-Bus wieder zum Skavsta-Flughafen brachte. Um 20:30 Uhr war ich wieder in der Luft und nach einigen atemberaubenden Blicken aus dem Fenster, wo der Sonnenuntergang sich in den vielen Seen Schwedens spiegelte, sowie einer kleinen Autobahnfahrt hatte mich um Punkt Mitternacht meine Wohnung wieder.


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