Dänemark
2 - 2
Deutschland
11. August 2010
Mittwoch, 20:30 Uhr
Länderspiel
19.071 Zuschauer
(800 Gäste)
Parken (38.076)
PH Linga Allé 2
2100 København
Dänemark (Hovedstaden)
Schon seit geraumer Zeit wollte ich mit endlich mal ein Auswärtsspiel der deutschen Nationalmannschaft ansehen. Heute war es soweit! Um 06:57 Uhr rollte mein ICE nach Hamburg. Dem Umstieg in der Hansestadt folgte ein weiterer in Fredericia. Für den dänischen Teil der Strecke hatte ich vorab das Euroa Spezial für 32 € Retour gebucht. Auf der letzten Teilstrecke kam ich mit einigen Jungs aus Flensburg und Umgebung ins Gespräch, welche mich auf ein gepflegtes Dosenbier unluden. Sie entdeckten meine Ausgabe vom Hoppingzine "Terrence Tales", welches ich zuvor laß. "6. Liga Tschechien, orr nee da würd mir ja was fehlen mir so ein Gegrütze anzuschauen. Krank!". In diesem Moment erzählte ich lieber nicht vom im letzten Jahr besuchten Spiel Achilles '12 (7. Mannschaft) gegen Sportclub Markelo (11. Mannschaft), wo ich meinen unschlagbaren Zuschauer-Minusrekord von "1 Zuschauer" verbuchen konnte.

In
København H angekommen verschaffte ich mir einen ersten Eindruck der Stadt (ganz nett, aber mehr auch nicht). Mein größter Fehler war es hier mit leeren Magen aufzuschlagen! Da ich aufgrund einer Verspätung in Hamburg keine Zeit mehr hatte mir in Hamburg etwas zu kaufen und es auch versäumt hatte mich Proviant von Zuhause einzudecken, stand ich nun mit knurrendem Magen in der dänischen Hauptstadt. Sowas soll bestraft werden, das McDoof-Sparmenü sollte mich nun gut 10 € kosten! Arrrgh! Nach vollendeter Nahrungsaufnahme beschloss ich dann mal so langsam zum Stadion aufzubrechen. Der Plan zu Fuß das Stadion anzusteuern wurde recht bald verworfen, da es plötzlich wie aus Kübeln goss. Also wurde der Weg mit der S-Bahn zurückgelegt, bereits nach drei Halten erreichte ich die "Østerport Station", von wo es noch 10 Minuten Fußweg zum Nationalstadion "Parken" waren. Nach ein wenig herumirren fand ich dann auch Daniel/MEPPEN und Vossi (welche mit dem Flieger hier waren) sowie Kessy (welcher ebenfalls die Bahn-Variante wählte), so dass die Zeit bis zum Anstoß noch gut rumgebracht werden konnte. Beim Parken handelt es sich um eine Multifunktionsarena mit 38.000 Sitzschalen auf zwei Rängen. Es wurde bereits 1911 eröffnet, anfang der 90er Jahre allerdings komplett umgebaut. Neben den Spielen der dänischen Nationalmannschaft werden hier auch die Heimspiele des FC København ausgetragen. Heute war das Stadion nur recht spärlich gefüllt, sowohl im Gästeblock (wo es hin- und wieder etwas Sing-Sang gab), als auch im Rest des Stadions. Das deutsche Team trat nach zahlreichen Quälären mit den Bundesligisten aufgrund des ungünstigen Termins dieses Nationalmannschaftstestspiels kurz vor Bundesligastart lediglich mit seiner B-Elf an. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten konnte die (DF)B-Elf nach 19 Minuten ihren ersten Erfolg in Form eines Tores von Mario Gomez für sich verbuchen. Nach dem 2-0 von Helmes in der 73. Minute schien alles klar zu sein, doch nur eine Minute später traf Rommedahl in seinem 100. Länderspiel für die Dänen zum Anschlusstreffer. Wiese, die arrogante Haargelvernichtungsmarschine, patzte! In einer spritzigen Schlussphase gelang den Hausherren drei Minuten vor Schluss sogar der nicht unverdiente Ausgleich. Die Karte für dieses Spiel hatte ich mir einige Wochen zuvor beim Coca-Cola-Fanclub des DFB, dem ich hauptsächlich schon mal für die EM 2012 beigetreten war, bestellt. Und was die da alles wissen wollten! Anreisedatum, Art der Anreise, Personalausweisnummer, ...! Doch am schlimmsten war der Preis! 41,50 € plus 8,00 € Versandkosten! Ich hätte auf meinen Verstand hören sollen der mir sagte dass das für ein sinnloses Testländerspiel einfach zu viel ist. Aber ich hatte mir diesen Kick schon seit längerer Zeit in den Kopf gesetzt und auch das Europa Spezial schon gebucht. Als ich die Online-Bestellung abschickte erhielt ich auch gleich eine E-Mail, welche allerdings keine Rechnung beinhaltete sondern eine Info dass ich zwei Wochen später am 20. Juli bescheid bekäme ob ich nun ein Ticket erhalte oder nicht. Waas? Verf.... DFB, ihr könnt mich alle mal! Natürlich hätte ich das ganze auch einfach sein lassen können, aber nein das wäre ja zu einfach gewesen.

Nach Spielende machte ich mich mit Kessy auf den Weg zurück zum Hauptbahnhof. Dort verabschiedeten wir uns, denn während er noch in der Nacht zurückfahren sollte, hatte ich mir zum Ziel gesetzt so schnell wie möglich das Hostel anzusteuern, schließlich hatte ich dort immer noch nicht eingecheckt. Nach 15 Minuten Fußweg entlang des "vertrauenserweckenden" Rotlichtviertels erreichte ich dann das YMCA Interpoint. Ich bezahlte extra für Decke und Spannbettlaken. Im bisher leeren 4-Bett-Zimmer stellte ich dann fest dass ein Kissen doch irgendwie ganz brauchbar wäre. Also zurückgestiefelt und dem Nils von der Rezeption nach eben jenem "Pilow" gefragt. Das schien hier allerdings ein Sonderwunsch zu sein. Aber im Nebenraum fand sich noch eines. Schön mit allerhand ekelerregender Flecken drauf, von denen ich gar nicht wissen wollte wie sie dort drauf kamen! Ja und Bettbezüge hätte ich dann auch noch gerne! "Näää, sowas hamma nicht!" hätte er in deutsch geantwortet, wenn er denn deutsch gesprochen hätte. Aus der Not wurde eine Tugend gemacht und das Kissen wurde zwischen Matratze und Bettlaken platziert um doch noch irgendwie ins Reich der Träume übergehen zu können. Am nächsten Morgen hatte ich dann noch Spaß mit den vermoderten alten Duschräumen. Zum Glück musste ich hier nur eine Nacht verbringen. Bei meinem Besuch in der Stadt liefen mir zufälligerweise die Meppener über den Weg. Auf eine gemeinsame Stadtrundfahrt musste ich allerdings verzichten, da ich meinen gebuchten Zug am Mittag erreichten musste. Wieder folgten Umstiege in Fredericia und Hamburg, wo ich fast eine Stunde Zeit haben sollte. Bei meiner Ankunft in Hamburg stieg ich auf Gut Glück schleunigst aus um irgendeinen eventuell verspäteten früheren Zug zu erreichen. Und mein Plan ging voll auf, gerade stand ein verspäteter InterCity Richtung Münster parat, so dass ich um eine Stunde früher als geplant Zuhause war! Auf die Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn ist einfach Verlass! Fazit des ganzen? War ganz okay, aber für so einen sinnlosen Testkick war es einfach viel zu viel Geld was verschleudert wurde. Könnte ich die Zeit zurückdrehen, ich hätte mir das Stadion lieber für das Derby des FCK gegen Brøndby aufgespart.



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