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Schon
seit geraumer Zeit wollte ich mit endlich mal ein Auswärtsspiel
der deutschen Nationalmannschaft ansehen. Heute war es soweit! Um 06:57
Uhr rollte mein ICE nach Hamburg. Dem Umstieg in der Hansestadt folgte
ein weiterer in Fredericia. Für den dänischen Teil der
Strecke hatte ich vorab das Euroa Spezial für 32 € Retour gebucht.
Auf der letzten Teilstrecke kam ich mit einigen Jungs aus Flensburg und
Umgebung ins Gespräch, welche mich auf ein gepflegtes Dosenbier
unluden. Sie entdeckten meine Ausgabe vom Hoppingzine "Terrence Tales",
welches ich zuvor laß. "6. Liga Tschechien, orr nee da würd
mir ja was fehlen mir so ein Gegrütze anzuschauen. Krank!". In
diesem Moment erzählte ich lieber nicht vom im letzten Jahr
besuchten Spiel Achilles '12 (7. Mannschaft) gegen Sportclub Markelo
(11. Mannschaft), wo ich meinen unschlagbaren Zuschauer-Minusrekord von
"1 Zuschauer" verbuchen konnte.
In København H angekommen verschaffte ich mir einen
ersten Eindruck der Stadt (ganz nett, aber mehr auch nicht). Mein
größter Fehler war es hier mit leeren Magen aufzuschlagen!
Da ich aufgrund einer Verspätung in Hamburg keine Zeit mehr hatte
mir in Hamburg etwas zu kaufen und es auch versäumt hatte mich
Proviant von Zuhause einzudecken, stand ich nun mit knurrendem Magen in
der dänischen Hauptstadt. Sowas soll bestraft werden, das
McDoof-Sparmenü sollte mich nun gut 10 € kosten! Arrrgh! Nach
vollendeter Nahrungsaufnahme beschloss ich dann mal so langsam zum
Stadion aufzubrechen. Der Plan zu
Fuß das Stadion anzusteuern wurde recht bald verworfen, da es
plötzlich wie aus Kübeln goss. Also wurde der Weg mit der
S-Bahn zurückgelegt, bereits nach drei Halten erreichte ich die
"Østerport Station", von wo es noch 10 Minuten Fußweg zum
Nationalstadion "Parken" waren. Nach ein wenig herumirren fand ich dann
auch Daniel/MEPPEN und Vossi (welche mit dem Flieger hier waren) sowie
Kessy (welcher ebenfalls die Bahn-Variante wählte), so dass die
Zeit bis zum Anstoß noch gut rumgebracht werden konnte. Beim
Parken handelt es sich um eine Multifunktionsarena mit 38.000
Sitzschalen auf zwei Rängen. Es wurde bereits 1911 eröffnet,
anfang der 90er Jahre allerdings komplett umgebaut. Neben den Spielen
der dänischen Nationalmannschaft werden hier auch die Heimspiele
des FC København ausgetragen. Heute war das Stadion nur
recht spärlich gefüllt, sowohl im Gästeblock (wo es hin-
und wieder etwas Sing-Sang gab), als auch im Rest des Stadions. Das
deutsche Team trat nach zahlreichen Quälären mit den
Bundesligisten aufgrund des ungünstigen Termins dieses
Nationalmannschaftstestspiels kurz vor Bundesligastart lediglich mit
seiner B-Elf an. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten konnte die
(DF)B-Elf nach 19 Minuten ihren ersten Erfolg in Form eines Tores von
Mario Gomez für sich verbuchen. Nach dem 2-0 von Helmes in der 73.
Minute schien alles klar zu sein, doch nur eine Minute später traf
Rommedahl in seinem 100. Länderspiel für die Dänen zum
Anschlusstreffer. Wiese, die arrogante Haargelvernichtungsmarschine,
patzte! In einer spritzigen Schlussphase gelang den Hausherren drei
Minuten vor Schluss sogar der nicht unverdiente Ausgleich. Die Karte
für dieses Spiel hatte ich mir einige Wochen zuvor beim
Coca-Cola-Fanclub des DFB, dem ich hauptsächlich schon mal
für die EM 2012 beigetreten war, bestellt. Und was die da alles
wissen wollten! Anreisedatum, Art der Anreise, Personalausweisnummer,
...! Doch am schlimmsten war der Preis! 41,50 € plus 8,00 €
Versandkosten! Ich hätte auf meinen Verstand hören sollen der
mir sagte dass das für ein sinnloses Testländerspiel einfach
zu viel ist. Aber ich hatte mir diesen Kick schon seit längerer
Zeit in den Kopf gesetzt und auch das Europa Spezial schon gebucht. Als
ich die Online-Bestellung abschickte erhielt ich auch gleich eine
E-Mail, welche allerdings keine Rechnung beinhaltete sondern eine Info
dass ich zwei Wochen später am 20. Juli bescheid bekäme ob
ich nun ein Ticket erhalte oder nicht. Waas? Verf.... DFB, ihr
könnt mich alle mal! Natürlich hätte ich das ganze auch
einfach sein lassen können, aber nein das wäre ja zu einfach
gewesen.
Nach Spielende machte ich mich mit Kessy auf den Weg zurück zum
Hauptbahnhof. Dort verabschiedeten wir uns, denn während er noch
in der Nacht zurückfahren sollte, hatte ich mir zum Ziel gesetzt
so schnell wie möglich das Hostel anzusteuern, schließlich
hatte ich dort immer noch nicht eingecheckt. Nach 15 Minuten
Fußweg entlang des "vertrauenserweckenden" Rotlichtviertels
erreichte ich dann das YMCA Interpoint. Ich bezahlte extra für
Decke und Spannbettlaken. Im bisher leeren 4-Bett-Zimmer stellte ich
dann fest dass ein Kissen doch irgendwie ganz brauchbar wäre. Also
zurückgestiefelt und dem Nils von der Rezeption nach eben jenem
"Pilow" gefragt. Das schien hier allerdings ein Sonderwunsch zu sein.
Aber im Nebenraum fand sich noch eines. Schön mit allerhand
ekelerregender Flecken drauf, von denen ich gar nicht wissen wollte wie
sie dort drauf kamen! Ja und Bettbezüge hätte ich dann auch
noch gerne! "Näää, sowas hamma nicht!" hätte er in
deutsch geantwortet, wenn er denn deutsch gesprochen hätte. Aus
der Not wurde eine Tugend gemacht und das Kissen wurde zwischen
Matratze und Bettlaken platziert um doch noch irgendwie ins Reich der
Träume übergehen zu können. Am nächsten Morgen
hatte ich dann noch Spaß mit den vermoderten alten
Duschräumen. Zum Glück musste ich hier nur eine Nacht
verbringen. Bei meinem Besuch in der Stadt liefen mir
zufälligerweise die Meppener über den Weg. Auf eine
gemeinsame Stadtrundfahrt musste ich allerdings verzichten, da ich
meinen gebuchten Zug am Mittag erreichten musste. Wieder folgten
Umstiege in Fredericia und Hamburg, wo ich fast eine Stunde Zeit haben
sollte. Bei meiner Ankunft in Hamburg stieg ich auf Gut Glück
schleunigst aus um irgendeinen eventuell verspäteten früheren
Zug zu erreichen. Und mein Plan ging voll auf, gerade stand ein
verspäteter InterCity Richtung Münster parat, so dass ich um
eine Stunde früher als geplant Zuhause war! Auf die
Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn ist einfach Verlass! Fazit des
ganzen? War ganz okay, aber für so einen sinnlosen Testkick war es
einfach viel zu viel Geld was verschleudert wurde. Könnte ich die
Zeit zurückdrehen, ich hätte mir das Stadion lieber für
das Derby des FCK gegen Brøndby aufgespart.
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