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Ein
Spiel welches alles in sich hatte, was ein Hopperherz begehrt. Doch
eins nach dem anderen. Als Belgien-Amateur hatte ich ehrlich gesagt nur
wenig Ahnung was sich heute Abend lohnen würde. Nur aufgrund der
besten Verkehrslage entschloss ich mich für einen Besuch in
Antwerpen, ohne mich vorab über das Stadion zu informieren. Dass
es sich bei Royal Antwerp um einen Traditionsverein handelt, war
allerdings bekannt. Umso größer dann die Freude als wir
schon von Außen erahnten dass es sich um ein geniales Stadion
handeln muss. Die 20 € Eintritt für die günstigste Karte
schockierten etwas, doch glücklicherweise konnte diese Summe auf
einen schmerzloseren Betrag verringert werden. Im Stadioninnern
bestätigte sich dann der erste Eindruck des 1923 erbauten
Bosuilstadions. Allein die Aufgänge zur Tribüne wirkten, als
wären sie seit 87 Jahren nicht verändert worden. Unglaublich
dass hier Zweitligafußball geboten wird. Der erste Blick auf die
beiden Tribünen auf den Geraden: Weltklasse! Herrlich alte
Holztribünen mit Bankreihen und historisch anmütigen
Logenplätzen. Lediglich die beiden modernen Hintertortribünen
trüben das Bild. Im Volksmund wird das Stadion auch "Den Bosuil"
genannt oder aufgrund einige legendärer Länderspiele zwischen
Belgien und den Niederlanden in diesem Stadion auch "Die Hölle von
Deurne" (aufgrund des Stadtteils in dem das Stadion steht). Royal
Antwerp wurde 1880 gegründet und gilt als der älteste
Fußballverein Belgiens, er wird daher auch "The Great Old"
genannt. Er wurde 1929, 1931, 1944 und 1957 Landesmeister, 11 Mal
Vizemeister sowie Belgischer Pokalsieger der Jahre 1955 und 1992. 2004
stieg der Verein in die 2. Liga ab, in der er auch heute noch spielt.
Der heutige Gast aus Roeselare hat da nicht ganz so viel Tradition
vorzuweisen, aber immerhin spielte er in den letzten fünf Jahren
in der ersten Liga des Landes. Bereits nach fünf Minuten ging der
Gastgeber in Führung. So weit, so gut für die
Königlichen, wären da nicht die Gäste die in Minute 7
zum 1-1 und in Minute 8 zum 1-2 getroffen hätten! Zwar ging es
nicht ganz so Torreich weiter, doch das Spiel wurde keinerzeit
langweilig, es bot zahlreiche Torchancen auf beiden Seiten und das
heimische Publikum trieb ihr Team stets nach vorne. Die Gesänge
wurden öfters recht lautstark, ganz im brittischen Stil. Eine
ständige Geräuschkulisse hatte ich in der belgischen zweiten
Liga eigentlich gar nicht erwartet, selbst wenn es sich um einen
renomierten Club wie Antwerpen handelt. Auch für die Optik wurde
einiges geboten. Öfters kamen vereinzelte Bengalen zum Einsatz und
zwei Mal fanden sogar Leuchtspuren den Weg in den Antwerper
Nachthimmel. Zur Belohnung fiel eine viertel Stunde vor Schluss das
2-2. In einer sehr spritzigen Schlussphase setzte es noch gute
Torchancen auf beiden Seiten. Dramatik und Spannung pur wer dieses
Spiel für sich entscheiden sollte, doch es blieb bei der
Punkteteilung. Gästefans waren übrigens auch im Stadion, in
ihren Block konnte von unseren Standpunkt allerdings nicht eingesehen
werden. Gegen 1:30 Uhr erreichten wir wieder Münster. Die kleine
Tour nach Belgien wird sicher in guter Erinnerung bleiben. Hat wirklich
Spaß gemacht, Belgien wird mich sicherlich nicht zum letzten Mal
gesehen haben.
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