6.
November 2010
Samstag, 09:45 Uhr OEZ
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B-Junioren
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45
Zuschauer
(0 Gäste)
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Stadionul Cornel
Negoescu (2.000)
Bulevardul Stadionului 1
120140 Buzău
Rumänien (Judet
Buzău)
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Zwanzig
Monate lag mein letzter
Besuch
in good old România bereits zurück. Doch an diesem
Wochenende war es endlich wieder soweit, das Land sollte mich
wiederhaben und ich sollte das Land wiederhaben. Gebucht war ein
Wizzair-Flug von Dortmund nach Bukarest und zurück für
schlappe 55 €. Den Rückflug für den Montagnachmittag zu
buchen war hierbei ein Glücksspiel, denn Steaua Bukarest sollte
Donnerstags noch in der Euro League spielen und so war dann zu hoffen
dass das Derby gegen Rapid für den Sonntag angesetzt wird und es
nicht etwa zu einem Montagsspiel kommt. Sieben Tage vor dem Spieltag
tauchten dann endlich die Ansetzungen im Internet auf. Orrr nein, ich
hatte mich verzockt! Derby am Montag um 20:30 Uhr, einem Zeitpunkt zu
dem ich bereits wieder auf meiner eigenen Coach sitzen würde. Ich
hatte alles auf die Karte des günstigen Montag-Flugs gesetzt, doch
ich verlor damit. Nun musste auf die schnelle ein Joker her, und es
dauerte auch nicht lange bis ich ihn fand! Jawohl! Für den
Dienstagmorgen bot der rumänische Billigflieger BlueAir einen Flug
von Bukarest nach Stuttgart für 50 € an. Perfekt nicht nur
für Freunde des Suizids, sondern auch für mich! Dazu wurde
noch ein 25 €-Bahnticket (Danke, Facebook!) von Stuttgart nach
Münster geordert und fertig war das As im Ärmel.
Am Freitagabend erreichte ich nach einem zweieinhalbstündigen Flug
mit sensationellen Lichtspielen am Himmel den Flughafen București
Baneasa. Wieder einmal gekonnt der Taxi-Mafia aus dem Weg gegangen,
entschied ich mich dazu einen Teil der Strecke Richtung Hostel schon
mal zu Fuß zurückzulegen. Sicherlich nicht aus
Spargründen, sondern viel mehr weil ich es vermisst hatte durch
die Straßen von Bukarest zu gehen! Die ungesicherten zwei Meter
tiefen Erdlöcher mitten im Gehweg, die anden Laternenpfeiler
herunterhängenden Stromkabel, die dunklen Gestalten in der Ferne
und vor allem die zahlreichen Straßenhunde - das alles hat auf
eine unbeschreibliche Art und Weise einfach flair! Als Unterkunft hatte
ich das Villa Butterfly Hostel gewählt, welches nur 30 Meter
hinter dem Funky Chicken Hostel liegt, in dem ich bei meinem ersten
Besuch in Bukarest vor vier Jahren bereits einige Tage nächtige.
Ich bezog mein Bett im Zweibettzimmer (11 €) und schloss im
Aufenthaltsraum auch schon gleich die erste Bekanntschaft des
Wochenendes. Die aus Tennessee in den USA stammende Devon tourt nun
schon seit acht Monaten alleine durch Europa und kennt den Kontinent
mittlerweile wohl schon besser als ihre Westentasche. Absolutely
amazing! Wir erzählten von unseren Reisen und schauten nebenbei
einen Quentin Tarantino-Film, der als er vorbei war von einem
japanischen Manga mit rumänischen Untertiteln ersetzt wurde, ganz
zur Freude des ständig vor sich her murmelnden Japaners neben uns.
Irgendwann sagten wir Gute Nacht und ich legte mich noch ein wenig aufs
Ohr, denn um 05:30 Uhr sollte bereits wieder der Wecker klingeln.
Seit einer halben Stunde lag nun bereits der Michael aus Essen auf dem
Sofa im Aufenthaltsraum. Er war am Donnerstag bei Steaua vs. Utrecht
und kam nun mit dem Nachtzug vom Freitagabendspiel aus Craiova. Michael
kannte ich von unserem gemeinsamen Besuch in Stockholm
im Mai diesen Jahres. Viel
Zeit zum ausruhen hatte er nicht, denn schon bald ging es per Pedes zum
Gara de Nord um von dort das 128 km entfernte Buzău, in der
nordöstlichen Walachei, anzusteuern. Buzău
entpuppte sich vielleicht nicht unbedingt als wunderschöne Stadt,
und vielleicht auch nicht als schöne Stadt, aber immerhin, sie
entpuppte sich als eine Stadt. Nach zwei Kilometern Fußweg
erreichten wir das Gloria-Stadion, in dem um 11 Uhr ein Zweitligaspiel
ausgetragen werden sollte. Wir lichteten schon einmal das Stadion ab
als uns dann auffiel dass sich auf dem Nebenplatz zwei
Jugendmannschaften für ein Spiel versammelten. Michael ließ
das relativ kalt, mich aber zog es schleunigst zum Nebenplatz, welches
sich als "Stadionul Cornel Negoescu" (ehemals Stadionul Metalul)
herausstellte und über einen ganz netten Ausbau verfügt. Wir
hatten noch mehr als eine Stunde Zeit bis zum Kick-off im Stadion und
so sollten für mich noch 45 Minuten Jugendfußball drin
sitzen. Der Kunstrasenplatz auf dem gespielt wurde verfügt auf
beiden Geraden über Ausbau. Zu einer Seite wären da acht
Bankreihen mit einer kleinen Überdachung in der Mitte, zur anderen
Seite fünf weitere Reihen. Während des Spiels stellte sich
eigentlich nur noch die Frage wer da überhaupt auf dem Feld steht.
Der Name der Heimmannschaft war auf den Trikots gedruckt, aber der Name
der Gästemannschaft war einfach nicht in Erfahrung zu bringen. Ich
versuchte mein Glück in der Halbzeitpause direkt bei einem der
Gästespieler. Schon bald hatte ich eine ganze Spielertraube um
mich. Sie alle konnten und wollten wohl nicht verstehen warum ich den
Namen ihres Teams brauchte. Aber ich bekam meine Info: Es war
Tricolorul aus dem Nachbarörtchen Gălbinași. Mulţumesc!
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