FC Porto
2 - 0
Portimonense SC
14. November 2010
Sonntag, 20:15 Uhr WEZ
SuperLiga
(1. Liga Portugal)

40.416 Zuschauer
(40 Gäste)
Estádio do Dragão (50.948)
Via Futebol Clube do Porto
4350 Porto
Portugal (Distrikt Porto)
Am Abend stand ein Besuch beim 24-fachen Landesmeister, zweimaligen Weltpokalsieger und bisher ungeschlagenen Tabellenführer FC Porto auf dem Programm. Das Estádio do Dragão (Drachenstadion) ist mit seinen 50.000 Sitzplätzen schon ein sehr imposantes Bauwerk. Es ist zwar ein sehr modernes Stadion, doch keines von den 08/15-Arenen, wie es sie in unseren Breitengraden immer öfters gibt. Von Oben sieht es aus wie ein Ufo, von Außerhalb lässt sich problemlos auf die Ränge blicken und im Inneren hat man scheinbar von überall eine gute Sicht aufs Spielfeld. Während die mit einem geschwungenen Dach bedeckten Geraden über zwei Ränge verfügen, müssen die Hintertorseiten mit nur einem Rang auskommen. Beeindruckend und schick, für ein modernes Stadion! Während der Europameisterschaft 2004 war das Stadion Austragungsort von fünf Spielen, darunter auch das Vorrundenspiel Deutschland vs. Niederlande und das Halbfinalspiel Griechenland vs. Tschechien.

Das Spiel gegen den Aufsteiger und zugleich Abstiegskandiaten Portimonense SC entpuppte sich leider als ein zäher Kick ohne besondere Höhepunkte. Porto tat das nötigste, ging nach einer halben Stunde in Front und setzte in der Nachspielzeit noch ein Tor drauf. Für akkustische Akzente versuchten die Ultras der "Super Dragões" hinter dem Tor zu sorgen. Sah gelegentlich schon ganz imposant aus, doch so richtig wirken konnten sie in diesem Stadion leider nicht, wozu aber sicherlich auch die fehlende Wand hinter dem Block beitrug. Auf der gegenüberliegenden Seite war die weitaus kleinere Gruppierung "Colectivo Ultras 95" zu finden, doch diese konnte erst recht nicht überzeugen. Wirklich "respektabel" wirkten die Gästefans aus der immerhin 550 km entfernten
südportugiesischen Stadt Portimão, sie bekamen lediglich eine ganz kleine Ecke im Stadion zugesprochen und versuchten mit 15 Leuten immer mal wieder gegen den Rest des Stadions anzusingen, was allerdings nicht so ganz zu klappen vermochte. Nach dem Spiel entschieden wir uns noch für einen Besuch in der angrenzenden Mall, dessen Geschäfte an diesem Sonntagabend noch bis 22-23 Uhr geöffnet haben sollten. Das Stadion selbst war in nur 12 Minuten nach Schlusspfiff komplett geleert, was aber auch daran lag dass schon viele vor dem Abpfiff die Ränge verließen. Fotos vom leeren Stadion wurden uns nun bereits verwehrt. Schade! In der Mall fanden wir eine nette Pizzeria und mussten nicht zum ersten Mal an diesem Wochenende feststellen, dass selbst junge Leute in Portugal gar kein oder nur recht schlechtes englisch sprechen. Scheint wohl ein recht eigenwilliges Volk in Sachen Sprachen zu sein! Immerhin bekamen wir unser Essen, auch wenn es nicht genau das war was bestellt wurde, aber nun gut, es schmeckte jedenfalls!

Als nächstes wollten wir ein wenig die Lokalitäten in der Altstadt testen. Es war gar nicht so einfach hier überhaupt etwas offenes zu finden, wo man sich für ein Bierchen reinsetzen konnte, aber dann irgendwann fanden wir einen gemütlichen Laden. Wir schauten aus dem Fenster und wer lief da, na klar die Uerdinger, welche wir gestern in
Guimarães trafen und auch heute beim FC Porto kurz begrüßen konnten. Fix die Jungs zu uns reingerufen saßen wir nun zu sechst in der Runde und hatten uns das eine oder andere interessante zu erzählen. Dann so gegen halb zwei zog es uns zurück zur Pension. Chris hatte keine eigene Unterkunft gebucht, aber unser Plan sah es vor ihn mit aufs Zimmer zu schmuggeln, immerhin gab es dort in unserem Raum sogar ein viertes Bett! Rauf in den dritten Stock und rein ins Zimmer! Aber denkste! Als ich unseren Zimmerschlüssel an der Rezeption holen wollte und die anderen bereits zum Zimmer gingen stand die gute Dame der Pension mit verschränkten Armen vor mir! "Três! Três!" fauchte sie und zeigte dann die Treppe hinauf auf die anderen "Quatro! Quatro!". Ja Jungs, unser Plan war ja ganz nett, aber wir haben gar nicht an die Kamera im Eingangsflur gedacht. Arrrgh! Das Problem war dass es offiziell keine Vierbettzimmer gab und erst nach einigen Hand-und-Fuß-Diskussionen überhaupt ein Preis für das offiziell gar nicht existierende vierte Bett im Dreibettzimmer herausgerückt wurde. 20 € Extra! Da Chris nun aber am nächsten Morgen sowieso sehr früh wieder raus wollte um noch etwas von der Stadt zu sehen, lehnte er dankend ab. Nun musste er in die regnerische Nacht entlassen werden. Wie am nächsten Tag am Flughafen zu sehen und hören war, hatte er dieses Unterfangen ohne bleibende Schäden erlitten zu haben überlebt. Am Montagvormittag brachte uns die Metro wieder zum Flughafen, von wo es nicht wieder zurück nach Weeze, sondern nach Bremen ging. Im 18. RyanAir-Flug meines Lebens erlebte ich zum ersten Mal eine kleine Verspätung, unseren gebuchten Zug in Bremen erreichten wir allerdings und so neigte sich die wirklich angenehme Wochenendtour mit dem 28. Länderpunkt im Gepäck auch schon wieder dem Ende.



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