29.
Januar 2011
Samstag, 15:00 Uhr
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Coppa Titano
(Pokal San Marino)
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13
Zuschauer
(5 Gäste)
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Stadio Olimpico di
Serravalle (7.000)
Via Rancaglia
Serravalle
San Marino |
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Frühstmöglich
passierten wir die Sicherheitskontrollen des Hunsrücker Flughafens
um gegen 9 Uhr für schlappe 10 € Retour nach Rimini abzuheben.
Nach schier endlosen Warten begann endlich das Boarding. Zunächst
wurden wie bei RyanAir üblich die "Priority"-Fluggäste
ausgerufen. Diese wurden dann auch fix abgefertigt und schon mal aufs
Flugfeld bzw. zum Flieger gebracht. So weit so gut für Jörg
und mich. Wir verquatschten uns derweil noch ein wenig, auch mit
Grünebaum und Spanplatte, welche uns über den Weg liefen und
vom Nachbargate aus zu einem anderen Ziel in Italien durchstarten
wollten. Um uns herum lauter wartender Fluggäste. Irgendwann kam
es uns dann aber doch spanisch vor. Wir schauten wieder rüber zum
Boardingtisch, tappsten dort mal hin und fragten Vorsichtig:
"Ähm... bisher fand doch für den Rimini-Flug lediglich das
Priority-Boarding statt, oder?". Die Antwort allerdings ließ uns
murmelgroße Schweißperlen über die Stirn kullern und
unsere Augen auf die Größe einer Apfelsine anschwellen.
"Waaas? Ihr wollt nach Rimini und sitzt hier die ganze Zeit seelenruhig
rum? Das Boarding ist abgeschlossen! Es sind lediglich 15 Passagiere an
Board!". Neiiiiiiiin! Das gibt es doch wohl nicht! Wir, die wir schon
so oft mit den Billigfliegern geflogen sind, hatten wohl schon so sehr
die Routine verinnerlicht dass uns eine fehlende zweite Durchsage fast
dazu brachte den Flug zu verpassen. Fast? Ja die guten Damen hatten
glücklicherweise Einsicht, öffneten nochmals die Türen
und ließen uns trotz unserer Dummheit über das Rollfeld zum
Flieger flitzen. Und so hatten wir noch vor dem Abflug eine
Punktlandung. Die wenigen Passagiere machten in der gut 200 Personen
fassenden Boing 737 einen recht verlorenen Eindruck. Gewinn dürfte
der irische Billigbomber mit diesem Flug sicherlich nicht gemacht
haben.
Am Vormittag erreichten wir die an der Adria gelegene
Partytouristenhochburg Rimini. Für 2 € steuerte der Bus den
Hauptbahnhof von Rimini an und für weitere 8 € Retour brachte uns
ein Bus ins 25 km entfernte Cittá di San Marino. Das
gleichnamige Land San Marino gehört zu den ältesten Staaten
der Welt (Unabhängigkeit im Jahr 301), hat mit seinen 60 km²
allerdings lediglich eindrittel der Fläche von Meppen und ist
vollkommen von Italien umschlossen. Fußballerisch rühmt sich
das Land mit dem letzten Platz in der FIFA-Weltrangliste, gemeinsam mit
Anguilla, Montserrat, Amerikanisch-Samoa und Papua-Neuguinea! 2.500
Meter vom Busbahnhof entfernt sollte im Stadio Montecchio das
Pokalspiel SS San Giovanni gegen SP Tre Penne angepfiffen werden. Laut
Stadtplan ein leichtes! Nun fing das Problem aber schon damit an dass
San Marino-Stadt 750 Meter über den Meeresspiegel auf dem Berg
Titano liegt, und uns hier oben noch ganz im Gegensatz zum
Grenzübergang eine dicke Schneedecke sowie eine Sicht von gut 10
Metern erwartete. Es schien fast als würden wir uns durch die
Wolken bewegen. Ob hier tatsächlich ein Spiel stattfinden
würde? Unvorstellbar! Aber gut, es waren noch zwei Stunden Zeit
bis zum Anstoß und unser Ziel lautete weiterhin das Stadio
Monteccio, welches zu Fuß erreicht werden sollte. Blöd nur
dass der ausgedruckte Google Maps-Stadtplan voller Fehler und somit
fast unbrauchbar war. Völlig ratlos fragten wir den Hausmeister
(?) einer Grundschule, welcher uns über den Weg lief, wo denn hier
das gesuchte Sportgelände zu finden sei. Da unten sollten wir
hergehen, über den kleinen Pfad und da hinten dann rechts. Wir
bedankten uns höflich mit einem "Mille Grazie" und verabschiedeten
uns, ehe er uns noch einmal hinterherrief und anbot uns hinzufahren.
Ach was, danke fürs Angebot, aber das ist wirklich nicht
nötig! Doch hätten wir es mal angenommen! Es dauerte nicht
lange bis wir uns in einem irgendo in der Pampa wiederfanden, dort bis
zu den
Knöcheln oder gar Knien im Schnee
versanken und einfach keinen Weg
mehr erkennen konnten. Merda! Nach kurzer Diskussion ob
zurückgekehrt werden soll oder wir uns vorneweg den kleinen Hang
herunterkollern lassen sollten um zu hoffen dass unten die das Stadion
auf uns wartetete, wählten wir die erste Möglichkeit. Dann
irgendwann fanden wie es endlich. Auf dem Spielfeld schienen keine
fünf Meter Sicht zu sein, der Belag war allerdings von Außen
nicht einsehbar und daher war auch nicht klar ob er vom Schnee
geräumt wurde oder nicht. Wir gingen in die angrenzende
Sportparkbar (neben dem Fußballplatz gibt es hier noch
Tennisplätze sowie eine Tennishalle), wo wir mittlerweile wirklich
nichts mehr anderes als die Auskunft einer Spielabsage erwarteten. Doch
der Barbesitzer machte uns Hoffnung, es solle auf jeden Fall gespielt
werden, hier auf diesem Platz, heute um 15 Uhr! Hmmmm okay, zwar
unvorstellbar, aber andere Länder andere Sitten! Während wir
unsere heiße Schokolade schlürften fiel dem Herren dann um
14:30 Uhr auf dass hier wohl heute doch kein Spiel stattfinden
würde. Arrrrgh... Taxi! Wir hatten ja noch ein Alternativspiel auf
dem Nebenplatz des Nationalstadions in Serravalle im gleichen
Pokalwettbewerb im Petto! Ein Taxi wurde uns nicht organisiert,
dafür fuhr ins der Barbesitzer selbst ins 7 km entfernte
Serravalle. Sehr edel! Da diese Stadt etwas tiefer liegt war von Schnee
nichts zu sehen, einem Spielbesuch auf dem "Serravalle B" stand also
nichts mehr im Weg. Doch halt, wer macht sich denn da auf dem
Hauptplatz des Nationalstadions warm? Es waren SS San Giovanni und SP
Tre Penne! Wir hatten wahnsinniges Glück, denn das "oben"
ausgefallene Spiel wurde kurzerhand einfach ins Nationalstadion und
somit ins mit großem Abstand beste Stadion des Landes verlegt,
welches sonst an diesem Wochenende nicht machbar gewesen wäre.
Striiike! Abgezählte 13 Zuschauer fanden den Weg ins
Nationalstadion, welches über eine Leichtathletikbahn sowie
über zwei Sitzplatztribünen auf den Geraden verfügt. Die
Hintertorseiten bleiben völlig ohne Ausbau. San Giovanni gewann
das höhepunktarme Spiel mit 1-0 und sicherte sich somit einen
Punkt in der Gruppenphase des Landespokals "Coppa Titano", welcher in
drei Staffeln á fünf Teams unterteilt ist bei dem die drei
Gruppenersten und -zweiten sowie die beiden besten Gruppendritten das
Viertelfinale erreichen.
Am frühen Abend erreichten wir unser vorab gebuchtes Hotel.
Natürlich war dieses verschlossen und ein Schild wies auf das
benachbarte Hotel hin in dem alle Übernachtungen umgebucht wurden.
Sollte uns nicht weiter stören, immerhin bekam man nun ein
Zweibettzimmer im 4-Sterne-Hotel inklusive Frühstück für
nur 16 € pro Nacht und Nase geboten. Zur Hauptsaison sicherlich
unmöglich, aber wer weiß wer einem dort innerlich ausgelacht
hat weil man im Januar in einem Ort wie Rimini "Urlaub" macht.
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